Dass Teilen gut ist, steht schon in der Bibel. Doch im digitalen Zeitalter – und in Zeiten des Content Marketings – hat Teilen oder, wie man heute sagt, „Sharing“, eine neue Bedeutung bekommen. Dabei geht es nicht mehr um das Brechen des Brotes in zwei Hälften, sondern um die Vervielfachung digitaler Inhalte durch Verbreitung. Es wird nicht durch physisches Teilen der Eigenanteil reduziert, sondern im Gegenteil – Teilen im Internet sorgt dafür, dass das Brot sich vermehrt und jeder einen ganzen Laib haben kann, wenn er ihn denn möchte…

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Social Media im Wandel der Zeit

Die Historie der Social Media – und somit auch des Social Media Marketings – ist vergleichsweise kurz, aber extrem spannend. Gefühlt sind Sie mit der Etablierung des Internets wie Pilze aus dem Boden geschossen und durchweg war in den letzten 10 Jahren ein Kommen und Gehen verschiedener nationaler und internationaler Plattformen zu beobachten. StudiVZ, wer-kennt-wen, Myspace oder selbst Google+ hatten auf Dauer jedoch keine Chance, gegen Facebook oder YouTube zu bestehen. Diese hingegen haben eine Bilderbuchkarriere hingelegt und sind innerhalb kürzester Zeit zu etablierten Medien mit horrenden Nutzerzahlen herangewachsen, die aus der Welt des Online-Marketings nicht mehr wegzudenken sind. Was nicht heißen soll, dass dies bis in alle Ewigkeit so bleiben wird, denn die Welt des Internets ist schnelllebig, flexibel und steckt voller Überraschungen.

Teile eigene Inhalte, verbreite die Inhalte anderer und werde geteilt

Hä was? Wer soll was wie teilen, um geteilt zu werden? Das wollen wir hier aufklären. Insbesondere möchten wir in diesem Beitrag beleuchten, wie man Facebook, YouTube, XING und Co. für sein Social Media Marketing sinnvoll einsetzen kann, um Content in der eigenen Zielgruppe zu verbreiten und um sich die Multiplikator-Funktion sozialer Medien zu Nutze zu machen.

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Wie Sie zur digitalen Weiterempfehlung gelangen

Damit kommen wir zur Share-Funktion der Sozialen Netzwerke, die quasi das digitale Word-of-Mouth darstellt. Das Teilen von Inhalten sollte man in zweierlei Hinsicht betrachten. Zum einen ist es natürlich großartig, wenn die eigenen publizierten Inhalte von möglichst vielen Usern geteilt und verbreitet werden. Wenn es sich beispielsweise um Empfehlungen handelt, weil Sie gerade ein klasse Angebot kommuniziert haben, ist es prima, wenn möglichst viele davon erfahren. Das bringt Reichweite und im Idealfall höhere Bekanntheit und ein positives Image. Zu beachten ist allerdings, dass es in der Bedeutung selbstverständlich Unterschiede gibt, denn ein kommentarloser Share ist sicherlich nicht gleichermaßen wirksam wie der explizite Post von Hannah auf Sarahs Timeline, dass sie sich das neue Kleid Ihrer Marke unbedingt anschauen soll. Ein solcher Share kann fast mit einer persönlichen Empfehlung gleichgesetzt werden, nur dass hier noch die Möglichkeit besteht, dass andere die Empfehlung ebenfalls lesen und so auf Ihr Produkt aufmerksam werden. Super Sache also.

Machen Sie sich Ihre Freunde nicht zu Feinden…

Aber Achtung. Manchmal ist es im Internet, wie im echten Leben. Sie sollten auch online achtgeben, was und wie Sie kommunizieren, damit Sie sich Ihre Freunde nicht zu Feinden machen. Denn Teilen kann man natürlich auch negative News, wie die sogenannten „Shitstorms“ der vergangenen Jahren eindrucksvoll gezeigt haben.
Insbesondere große Unternehmen sind davon betroffen, denn spätestens, wenn die etablierten Medien die geteilten Inhalte aufgreifen, wird das Ganze viral. Da bleibt dann nur noch zu hoffen, dass „bad publicity“ besser ist als „no publicity“. Sie wollen Shitstorm-Beispiele? Davon gibt’s reichlich.

…oder alles halb so wild?

Aber nicht zu vergessen ist: Sie werden merken, dass keines dieser Unternehmen durch die Shitstorms nachhaltig in seinem Ruf geschädigt wurde, oder? Trotzdem gilt: Obacht, insbesondere im Community Management von Social Media, denn unzufriedene Kunden werden schnell zum Shitstorm Initiator. Und auch wenn der Spuk so schnell vorbei ist, wie er aufgekommen ist – das Internet vergisst nicht und provozieren sollte man die Negativ-Publicity nicht.
Als kleineres Unternehmen ist zwar die Wahrscheinlichkeit, in den Fokus der meinungsbildenden Massenmedien zu gelangen, deutlich geringer als bei bekannten Großkonzernen, allerdings könnte der entstandene Image-Schaden im Fall der Fälle dann auch erheblich größer ausfallen. Provozieren sollten Sie es vermutlich lieber nicht.

Und zum anderen? – Verbreite die Inhalte anderer

Einige Absätze zuvor fing ich mit „Zum einen“ an, jedoch musste das „zum anderen“ zugegebenermaßen lange warten. Sie erinnern sich? Nein? Dann lernen Sie draus und machen Sie diesen Fehler nicht nach. Als Wiedergutmachung hier – kurz gefasst – die Erinnerung, worum es oben ging: Zum einen ist das Teilen Ihrer Inhalte die digitale Weiterempfehlung (oder im Falle eines Shitstorms im Extremfall die digitale Kauf-Warnung) und zum anderen aber auch die Möglichkeit für Sie, durch sogenannte Content Curation zielgruppenrelevante Inhalte anderer Publizisten weiterzuverbreiten.

Content Curation in Social Media: Teilen Sie zielgruppenrelevanten Content

Das kommt Ihnen in mehrerlei Hinsicht zu Gute. Denn erstens können Sie so die regelmäßige Publikation neuer Posts sicherstellen, ohne ständig eigenen Content kreieren zu müssen. Zweitens zeigen Sie, dass Sie informiert sind und machen sich neue Freunde (denn sicherlich freuen sich diejenigen, deren Inhalte Sie weiterempfehlen, so wie Sie sich über die Shares Ihrer Inhalte freuen). Drittens zeigen Sie, dass Sie up-to-date sind und können womöglich auf Artikel verweisen, die Expertise auf einem für Ihre Zielgruppe relevanten Bereich hat, die Ihnen selbst womöglich fehlt. Und viertens, posten Sie abwechslungsreich und regelmäßig, da das den Algorithmen der meisten sozialen Medien entgegenkommen dürfte.

Teilen Sie den Content selbst

Aber Achtung: Sogenannte Content-Curation-Programme wie Edgar, die das Teilen von Inhalten automatisieren, sind zwar praktisch, aber von Facebook und Co. womöglich nicht gerne gesehen. Jüngst ist uns nämlich aufgefallen, dass mit Edgar geteilte Posts eine durchweg deutlich geringere Reichweite aufweisen, als von uns eigenhändig geteilte Beiträge.

Das ist sicherlich kein repräsentatives Ergebnis, sondern lediglich unsere eigene Beobachtung auf unserer Facebook-Seite, aber Sandra Holze machte in dem Kommentar ihres Blogbeitrags anscheinend eine ähnliche Beobachtung. Also lieber selbst posten, sofern die personellen Kapazitäten dies zulassen.

Und die Moral von der Geschicht’…

Social Media wie Facebook und Co. sind ein essenzieller Bestandteil guten Content Marketings und sollten unbedingt in die Content Strategie mit einfließen. Dabei ist die Verbreitung der eigenen Inhalte ebenso wichtig, wie das Teilen fremder Inhalte, die Relevanz für die eigene Zielgruppe haben. Deshalb: Wenn dieser Artikel für Ihre Fans und Follower interessant ist, dann teilen Sie ihn doch auf Ihren Social Media-Kanälen. 🙂

 

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