„Wir müssen mal was Neues machen. Mal die jungen Leute ansprechen. Sie wissen schon, mit so einer richtigen Social-Media-Kampagne, die viral geht. Wir müssen uns da mal was einfallen lassen“, sagte der Chef von Frau G., bevor er die Bürotür hinter sich schloss und ins Wochenende davon brauste. Mit „wir“ war natürlich einzig und allein Frau G. genannt – und die sitzt nun am Schreibtisch und ist sich unsicher. Wie geht man so eine Social-Media-Kampagne überhaupt an? Gibt’s da vielleicht einen Leitfaden, an dem man sich orientieren kann?

Sollten Sie gerade in einer ähnlichen Situation sein, haben wir eine gute Nachricht für Sie: Ja, diesen Leitfaden gibt es – und zwar in genau diesem Beitrag! Schauen wir uns also an, wie Sie Ihre Social-Media-Kampagne am besten angehen.

Schritt 1 – Bevor Sie überhaupt anfangen: Legen Sie Ihre Zielgruppe fest!

Die Zielgruppe ist quasi der Kern jeglicher Marketing-Strategie. Das ist auch bei Social-Media-Kampagnen nicht anders. Warum? Weil Sie sichergehen wollen, dass Sie mit Ihren Inhalten nicht völlig an Ihren potenziellen Kunden vorbeischießen.

Sie wollen die richtigen Leute erreichen – und das gelingt Ihnen nur, wenn Sie diese Leute auch gut kennen. Was sind deren Ziele, Probleme, Fragen? Welchen Herausforderungen begegnen sie im Joballtag? Hier ist es für den Anfang hilfreich, sich mindestens eine so genannte Buyer Persona auszumalen. Dies ist eine fiktive Person, die in ihren Eigenschaften haargenau Ihrer Zielgruppe entspricht.

Unsere Buyer Persona Andreas Köhler
Unsere Buyer Persona Andreas Köhler

Später, wenn Ihre Kampagnen laufen, helfen Ihnen dann Auswertungen und Audience Insights der jeweiligen Plattform dabei, Ihre tatsächliche Zielgruppe noch genauer einzuschätzen, wie hier zum Beispiel:

Statistik zur Altersverteilung der Zielgruppe

Schritt 2 – Was soll das Ziel Ihrer Social-Media-Kampagne sein?

Im Grunde ist das übergeordnete Ziel aller Social-Media-Kampagnen: Engagement! Sie wollen Ihre Zielgruppe dazu bringen, mit Ihren Beiträgen und Ihrem Unternehmen zu interagieren. So wird nach und nach eine Beziehung aufgebaut bzw. und gestärkt. Um das Ganze strategischer anzugehen, empfiehlt es sich, dass Sie die Zielsetzung noch genauer definieren, zum Beispiel:

  • Bekanntheit steigern
  • Handlungen erzielen (Link-Klicks, Käufe, Buchungen etc.)
  • Seitentraffic erhöhen

Schritt 3 – Wie wollen Sie sich präsentieren?

Locker-modern oder doch eher klassisch-seriös? „Du“ oder „Sie“? Bevor Sie mit Ihrer Social-Media-Kampagne loslegen, ist das eine wichtige Frage. Wie Sie sich präsentieren, muss auch zu Ihrem Unternehmen passen und authentisch sein.

Dabei gilt auch: Wenn Sie auf einen „hippen“ Ton setzen wollen, um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen, sollten Sie sich in diesem Ton auch ganz sicher bewegen können. Es gibt unzählige Fälle von Unternehmen, die mit Memes und Jugendsprache auf sich aufmerksam machen wollten. Das Ergebnis: Völlig veraltete, falsch genutzte Memes und Begriffe, über die sich in den Kommentaren lustig gemacht wurde. Klar, schlechte PR ist auch PR. Aber das muss ja nicht sein. Überlegen Sie sich also vorab, wie Sie sich darstellen möchten – und ob dies zur bisherigen Darstellung Ihres Unternehmens passt und Sie es authentisch vertreten können.

Für diesen Punkt ist es eine gute Idee, Posting-Vorlagen in Ihrem Corporate Design zu erstellen. Das schafft nicht nur einen klaren Wiedererkennungswert. Es verhindert auch, dass Ihr Profil nach den ersten Wochen völlig chaotisch aussieht.

Schritt 4 – Mit welchen Themen wollen Sie Ihre Zielgruppe erreichen?

Sind die ersten drei Schritte abgehakt, geht es nun weiter. Verbinden Sie Ihre bisherigen Erkenntnisse, um zielgruppengerechte Themen zu definieren und entsprechende Postings zu überlegen. Die sollten folgende Kriterien erfüllen:

  • Zum Ziel Ihrer Social-Media-Kampagne passen, d.h. zum Beispiel die Menschen dazu bewegen, Ihre Inhalte zu teilen und so Ihre Bekanntheit zu steigern.
  • Klaren Nutzen bieten, d.h. Fragen und Herausforderungen der potenziellen Kunden thematisieren.
  • Zu Ihrem Unternehmen passen, d.h. vor allem Aspekte thematisieren, die in Ihrer Branche und für Ihre Zielgruppe relevant sind.

Den Nutzen möchten wir an dieser Stelle noch einmal ganz klar unterstreichen: Es sollte Ihnen nicht einzig darum gehen, Ihre Produkte zu bewerben. Werbung haben wir jeden Tag genug. Besser: Punkten Sie mit sinnvollem, einzigartigem Content, schaffen Sie Vertrauen – und die Kunden werden ganz von allein auf Ihr Unternehmen und Ihre Produkte aufmerksam!

Schauen Sie sich ruhig mal um, was die Konkurrenz so postet. Vielleicht finden Sie da gute Ideen oder Ihnen fällt etwas auf, was Sie viel besser machen könnten!

Schritt 5 – Wählen Sie die richtige(n) Plattform(en) für Ihre Social-Media-Kampagne

Je breiter Sie aufgestellt sind, desto besser. Facebook ist hier als „Visitenkarte“ ein guter Startpunkt, doch die Welt der sozialen Netzwerke hat mittlerweile viel, viel mehr zu bieten: Instagram, LinkedIn, Twitter, YouTube,… Es gibt so viele interessante Plattformen, dass wir diesem Thema schon einen ausführlichen Beitrag gewidmet haben. Sehen Sie sich dort mal um: In unserem großen Vergleich der Social-Media-Plattformen finden Sie ganz sicher etwas, das zu Ihrem Unternehmen und Ihrer Strategie passt.

Schritt 6 – Starten Sie eine Hashtag-Recherche

Auch wenn Hashtags (#) nun schon auf vielen Netzwerken genutzt werden, gilt dieser Punkt hauptsächlich für Instagram und LinkedIn. Hier werden Hashtags nämlich am gezieltesten zur Suche von Inhalten genutzt. Wenn Sie Ihre Posts sichtbar machen möchten, brauchen Sie dazu die passenden Keywords und müssen diese entsprechend taggen. Ein paar Tipps dafür:

  • Finden Sie die goldene Mitte. Zu oft genutzte Tags (über 100.000 Einträge) bedeutet, dass Ihre Posts zwischen denen anderer Accounts schnell untergehen. Zu selten genutzt (unter 1000 Einträge, im deutschen Bereich je nach Branche aber auch unter 100) bedeutet wiederum, dass kaum jemand danach suchen wird. Instagram macht es Ihnen hier aber zum Glück leicht: Tippen Sie einfach einen Begriff ein und Sie sehen, wie viele Einträge dazu schon vorhanden sind. Je nach Branche kann das natürlich ganz unterschiedlich aussehen. Hier sollten Sie dann die goldene Mitte finden.
  • Nutzen Sie, wenn möglich, deutsche Hashtags. Hier ist die Zahl der Einträge schon deutlich eingeschränkter als bei der englischen Variante. Ein Beispiel: #marketingtips wurde 3,4 Millionen Mal verwendet, während es bei #marketingtipps nur knapp 23.000 Einträge sind.
    Vergleich der richtigen Hashtag-Wahl bei Instagram
  • Verwenden Sie nicht zu viele, aber auch nicht zu wenige Hashtags. Die Geister scheiden sich hier, doch elf Tags pro Post scheint eine gute Wahl zu sein.

Schritt 7 – Zeit für den Redaktionsplan

Um einen Redaktionsplan kommen Sie beim Marketing nicht herum. Vergessen Sie ihn also auch nicht bei Ihren Social-Media-Kampagnen! In diesem Plan legen Sie fest: Was wollen Sie wann posten? Zu welcher Uhrzeit gibt’s auf welcher Plattform Inhalte von Ihnen? Oder haben Sie vielleicht sogar pro Wochentag ein bestimmtes Thema, unter dem Sie posten? Von „Marketing-Tipp-Montag“ bis „Selfcare-auf-Arbeit-Samstag“ ist alles möglich.

Mit Tools wie Hootsuite oder Tailwind können Sie fertige Posts dann schon im Voraus planen. So müssen Sie sich nicht jeden Tag manuell an die Arbeit machen.

Schritt 8 – Mit der Social-Media-Kampagne loslegen!

Alles abgehakt und abgesprochen? Dann kann es jetzt mit Ihrer Social-Media-Kampagne losgehen! Aber Achtung: Bitte keinen Selbstläufer draus werden lassen. Nehmen Sie sich unbedingt regelmäßig Zeit für die folgenden Maßnahmen:

  • Schauen Sie regelmäßig rein, ob Ihre Posts noch gut ankommen oder ob Ihre Reichweite nicht vielleicht eingeknickt ist.
  • Reagieren Sie auf Kommentare wenigstens mit einem Like.
  • Lassen Sie negative Kommentare nicht einfach stehen. Antworten Sie darauf, aber lassen Sie sich nicht in unnötige Diskussionen verwickeln.
  • Verweisen Sie bei unhöflichen oder respektlosen Kommentaren auf einen freundlichen Umgangston oder löschen Sie sie ganz.
  • Schauen Sie auch immer mal wieder, ob Ihre Hashtags noch relevant sind.
  • Werfen Sie regelmäßig einen Blick in die Analytics der jeweiligen Plattform.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung!