Gut ranken – also möglichst weit oben auf Seite 1 der Google-Suchergebnisse stehen – ist der SEO-Traum schlechthin. Es gibt viele Ansätze, Tipps und Tricks, wie Sie es auf diese beliebte Position schaffen. Doch diese funktionieren nicht immer. Denn der Google-Algorithmus ändert sich häufig. Und seine Faktoren sind in etwa so geheim wie die Rezeptur von Coca Cola. Eindeutiger ist hingegen, was Sie beim Ranking auf die ungeliebten hinteren Plätze verweist. Lesen Sie in diesem Beitrag, was Sie auf keinen Fall tun sollten, wenn Sie gut ranken wollen!

Keywords sind wie Salz: Sie können alles besser machen – oder ungenießbar

Betrachten wir als ersten Punkt den großen Komplex der Keywords. Keywords, zu deutsch „Schlüsselwörter“, sind die Suchbegriffe, die Menschen bei Google eingeben. Das können einfache Wörter oder Wortkombinationen sein („Garzeit Kartoffeln“) oder komplexere Formulierungen, so genannte „Longtail Keywords“ („wie lange muss eine Lasagne im Ofen bleiben“).

Es ist wichtig, sämtliche Inhalte Ihrer Webseite auf die wichtigsten Keywords Ihrer Branche hin zu optimieren. Und da lauert schon das erste No Go, wenn Sie gut ranken wollen: Keyword stuffing – also der übertrieben häufige Einsatz eines bestimmten Keywords auf einer Seite. Am besten sogar noch als „Hidden Text“ mit weißer Schrift auf weißem Hintergrund. In den Urzeiten von Google hat das noch funktioniert. Heute ist diese Methode nutzlos. Denn Google berechnet die Keyword-Dichte, die so genannte „Keyword Density“. Sie beschreibt die Häufigkeit des Keywords im Verhältnis zum gesamten Text. Ist diese Keyword-Dichte zu hoch, verschlechtert sich damit auch Ihr Ranking. Achten Sie also lieber darauf, Keywords sinnvoll, kontextbezogen und nicht übertrieben zahlreich zu verteilen.

Achten Sie außerdem darauf, in Ihren Texten andere Wörter des Keyword-Umfelds sowie Synonyme zu nutzen! Ein Beispiel: Eine Webseite für einen Hundefriseur-Salon sollte eben nicht nur das Keyword „Hundefriseur“ enthalten, sondern auch „Fellpflege“, „wie oft sollte ich meinen Hund baden“, „Pfotenpflege“, „Krallenschneiden“ oder auch „Dog grooming“. Dieses Netzwerk aus relevanten Keywords hilft Google, den Kontext Ihrer Webseite besser zu verstehen.

Gut Ranken bedeutet, auch mal an die „kleinen Keywords“ zu denken

Ein weiterer Fehler, den Sie nicht machen sollten, ist, kleine Keywords zu ignorieren. Wer gut ranken will, ist nicht immer gut damit beraten, einzig und allein die Keywords mit dem größten Suchvolumen zu nutzen. Denn diese haben einen entscheidenden Nachteil: Sie werden häufig schon auf Tausenden anderer Webseiten eingesetzt. Die Konkurrenz ist mitunter gewaltig – und das macht es schwer, gut zu ranken. Schauen Sie also lieber mal, welche passenden Nischenkeywords zu Ihnen passen. Taucht zu einem eher selten gesuchten Keyword nämlich ein informativer Beitrag (oder ein gut gemachtes Video) zwischen unzähligen irrelevanten Amazon-Links zu Fachbüchern auf, freut sich der Suchende.

Wie schnell erliegt man der Versuchung, ein richtig gutes Keyword auf mehreren Seiten einzusetzen. Kann ja nicht schaden, oder? Doch. Eine Faustregel besagt: Pro Seite ein Keyword. Wer viele Keywords nutzt – beispielsweise, weil er oder sie einen Blog betreibt – sollte sich unbedingt vor Keyword-Kannibalismus in Acht nehmen. Mit doppelt und dreifach verwendeten Haupt-Keywords lässt sich nicht gut ranken. In dem Fall ist es wichtig, die Webseite einmal in Ruhe durchzugehen. Auf welchen Seiten/in welchen Beiträgen wurden dieselben Keywords verwendet? Lassen die sich austauschen? Gibt es Alternativen? Oder können die Beiträge vielleicht sowieso weg, weil sie veraltet und nicht mehr aktuell sind?

Content und User Experience: Wer gut ranken will, sollte hier aufholen

Nun haben wir direkt zu Beginn schon so viel über Keywords geredet – und dabei sind sie längst nicht mehr das einzig Wichtige, um gut zu ranken. Immer mehr Relevanz gewinnen die Themen Content und User Experience. Und auch da sollten Sie einige Fehler tunlichst vermeiden.

Ein Beispiel dafür, was Sie nicht tun sollten: Ganze Seiten identisch gestalten oder Inhalte 1:1 von anderen Webseiten übernehmen. Dieses Phänomen ist in der Marketing-Welt auch als „Duplicate Content“ bekannt. Doppelte Inhalte einzelner Content-Elemente sind dabei laut Google kein Problem. Aber je mehr Elemente einer Seite mit einer anderen Seite haargenau übereinstimmen, desto kritischer begutachtet Google diese Seite. Und wenn der Algorithmus einen Duplicate Content erkennt, der als Täuschungsversuch gewertet werden kann (z.B. eine Kopie einer fremden Landingpage), verschlechtert Google daraufhin Ihr Ranking.

Grundsätzlich sollten Sie aus rechtlicher Sicht sowieso keinen Content von anderen Seiten stehlen. Dies kann Ihnen nämlich, ganz nebenbei, Ärger mit dem Copyright oder geistigem Eigentum einhandeln. Mit Duplicate Content sinken Sie also potenziell nicht nur in der Gunst von Google, sondern auch in der Ihrer Leser. Lassen Sie das also lieber. Setzen Sie stattdessen durchgehend auf eigene Inhalte und schreiben Sie eigene Texte.

Nicht auf andere verlinken? – Großer Fehler!

Und wenn wir gerade bei anderen Webseiten sind: Bitte begehen Sie hier nicht den Fehler und „horten“ Sie Ihre Leser. Nach dem Motto „Wenn ich jetzt zu einer anderen Webseite verlinke, verliere ich die doch!“ Wer gut ranken will, muss verlinken! Links zu seriösen, relevanten anderen Seiten liebt Google abgöttisch – und bewertet die verlinkende Seite ebenfalls als seriös und relevant. Natürlich müssen Sie nicht an jeder Stelle in Ihrem Text auf andere Seiten verlinken. Doch pro Beitrag zwei Links zu seriösen Webseiten, die einen Begriff (nur nicht Ihr Haupt-Keyword!) noch etwas detaillierter erläutern, wirken sich positiv auf Ihr Ranking aus. Trauen Sie sich einfach mal!

Weiter geht’s mit dem Thema User Experience, der Nutzererfahrung. Im Mai 2020 hat Google im Blog seiner Search Central ein Statement veröffentlicht, nach dem die User Experience in Zukunft eine bedeutende Rolle im Ranking spielen wird. Das heißt für Sie: Wenn Sie gut ranken möchten, sollten Sie bei der Nutzerfreundlichkeit Ihrer Webseite keine Abstriche machen.

Das heißt im Klartext: Kümmern Sie sich darum, dass Ihre Seite schnell und vollständig lädt, achten Sie auf eine klare Navigation und ein ansprechendes Design. Der Hintergrund: Schlechte User Experience erhöht nämlich die Absprungrate Ihrer Seite. Wer erst zehn Sekunden warten muss oder sich im Seitenmenü nicht zurechtfindet, verlässt Ihre Seite schnell und wählt ein anderes Suchergebnis. Google bemerkt das – und lässt Sie im Ranking sinken.

Mobile first: Webseiten ranken besser, wenn Sie für Mobilgeräte optimiert wurden

Extrem wichtig, um gut zu ranken, ist die Berücksichtigung von Googles „mobile first“-Strategie. Denn immer mehr Menschen gehen mit ihrem Smartphone ins Internet. Begehen Sie also nicht den Fehler, Ihre Webseite nur für die Darstellung am Computer-Monitor zu optimieren. Stellen Sie stattdessen Ihren mobilen Nutzern eine angepasste, schnell ladende mobile Version Ihrer Webseite zur Verfügung. So verbessern Sie nicht nur die User Experience der mobilen Webseitenbesucher, sondern steigen auch im Google-Ranking.

Lassen Sie uns – last but not least – noch einen kurzen Blick auf ihre Langzeit-Strategie werfen. Auch die ist wichtig, wenn Sie gut ranken wollen. Der größte Fehler dabei ist wohl, die Webseite nur einmal zu optimieren und sich dann zurückzulehnen. Denn, wie wir eingangs schon erwähnt haben, der Google-Algorithmus entwickelt sich immer weiter. Behalten Sie Ihre Online-Strategie daher stets im Auge; so können sie bei Änderungen schnell reagieren. Außerdem sollten Sie, um relevant zu bleiben, Ihre veröffentlichten Inhalte stets auf Aktualität prüfen. Halten Sie Website SEO– und Content immer auf dem neuesten Stand. Denn wer stehenbleibt, verliert.

Gut ranken geht nicht über Nacht

Gut ranken ist ein Thema, das viele verschiedene Aspekte umfasst und immer wieder von neuen Faktoren bestimmt wird. Lassen Sie sich deshalb nicht von vermeintlichen Experten täuschen, die Ihnen Platz 1 der Suchergebnisse in 2 Wochen versprechen. Setzen Sie einfach auf bewährte Methoden, beherzigen Sie die oben genannten Kriterien und schauen Sie ab und zu, was Google selbst zu den Ranking-Faktoren sagt. Experimentieren Sie, probieren Sie aus. Und seien Sie sich dabei immer bewusst: Wer langfristig gut ranken will, sollte Zeit und Geduld mitbringen.