Gerade haben Sie viel Arbeit in Ihre Facebook-Werbeanzeige gesteckt. Schöne Texte, Interesse weckende Bilder, ein guter Call-to-Action und auch die Zielgruppe ist feinstens abgestimmt. Sie veröffentlichen die Werbeanzeige und erhalten kurze Zeit später die Benachrichtigung:

Facebook-Meldung über abgelehnte Werbeanzeige

Ärgerlich ist das nicht nur, weil die ganze Arbeit nun gefühlt umsonst war. Zu viele abgelehnte Anzeigen führen darüber hinaus auch zu einer Sperrung Ihres Werbekontos. Vermeiden Sie das lieber – indem Sie beim Überarbeiten diese Faktoren berücksichtigen, die bewirken, dass Ihre Facebook-Werbeanzeigen nicht genehmigt werden!

Warum werden Werbeanzeigen überhaupt geprüft?

In einigen Branchen brauchen Sie grundsätzlich die Freigabe von Facebook, bevor Sie Anzeigen veröffentlichen oder Beiträge bewerben möchten. Denn Facebook hat natürlich ein Interesse daran, von seinen UserInnen positiv wahrgenommen zu werden. Unseriöse Werbeanzeigen oder Inhalte, die einfach niemand sehen möchte, der friedlich seinen Feed durchscrollt, sind dann fehl am Platz. Hierzu schreibt Facebook in seinen Werberichtlinien und den Gemeinschaftsstandards:

Wir behalten uns das Recht vor, eine Werbeanzeige aus beliebigem Grund und nach eigenem Ermessen abzulehnen, zu genehmigen bzw. zu entfernen; dies betrifft u. a. Werbeanzeigen, die unsere Beziehung zu unseren Nutzern negativ beeinflussen, oder Content, Dienstleistungen bzw. Aktivitäten hervorheben, die unserer Wettbewerbsposition, unseren Interessen oder unserer Werbephilosophie widersprechen.

Wir wissen, wie wichtig es ist, dass Facebook ein Ort ist und bleibt, an dem Menschen sicher und unbesorgt miteinander kommunizieren können. Außerdem nehmen wir unsere Aufgabe sehr ernst, jegliche Art von Missbrauch von unserer Plattform fernzuhalten.

Besonders heikel sind Dating, Finanz- und Versicherungsprodukte, Gesundheitsprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und medizinische Leistungen. Auf gesellschaftlich relevante sowie politische Themen wirft Facebook ebenfalls einen genaueren Blick. Und zwar so genau, dass diese Anzeigen nicht einmal jeder schalten darf.

Screenshot der Einstellung zum Aktivieren spezieller Inhalte bei Facebook-Werbeanzeigen

 

Allein um den Schalter in diesem Bild zu aktivieren, müssen Sie sowohl das Unternehmen als auch sich selbst (per Personalausweis) verifizieren und angeben, wer diese Anzeige bezahlt. So möchte Facebook beispielsweise Wahlkampf-Beeinflussungen oder Fehlinformationen verhindern (wie auch durch seine Faktenchecker).

Diese speziellen Anzeigenkategorien gelten übrigens ebenfalls, wenn Sie nur einen Beitrag zu einem politisch relevanten Thema teilen und bewerben möchten.

Soweit zu den Grundlagen – schauen wir uns nun an, warum Facebook Ihre Werbeanzeigen nicht genehmigt hat!

7  Gründe, durch die Ihre Facebook-Werbeanzeigen nicht genehmigt werden

1. Falsche Versprechungen

Heils- und Gewinnversprechen sowie Erfolgsversprechen lehnt Facebook grundsätzlich ab. „Mit diesem Natur-Retreat heile ich Sie in 10 Wochen vom Krebs“ – ganz klar, dass das in der Überprüfung durchfällt. Aber auch Angebote, die erst einmal ganz normal wirken, erhalten schnell den „Abgelehnt“-Stempel. Zum Beispiel Werbung zu einem Finanzseminar, wenn Sie das mit den Worten „In 4 Schritten zur finanziellen Freiheit“ beschreiben!

2. Es entsteht ein Bezug zu Facebook

Der Social-Media-Gigant möchte zwar Geld an Ihren Anzeigen verdienen – aber bitte nicht in direkter Verbindung damit stehen. Deshalb werden Ihre Facebook-Werbanzeigen nicht genehmigt, sobald es in irgendeiner Weise eine Referenz zu Facebook/Instagram gibt oder der Eindruck entsteht, das Unternehmen würde Ihr Angebot empfehlen.

3. Ihrer Anzeige mangelt es an Professionalität

Reißerische Formulierungen, massenhaft Großbuchstaben, gehäufte Grammatik- und Rechtschreibfehler und Satzzeichen oder Emojis als Rudeltiere: Alles nicht gern gesehen. Und ein weiterer Grund, warum Ihre Facebook-Werbeanzeigen nicht genehmigt werden. Anzeigentexte wie diese würden direkt durchs Raster fallen:

Beispiel einer schlechten Werbeanzeige

4. Facebook-Werbeanzeigen werden nicht genehmigt, wenn sie verbotene Themen enthalten

Auch die Inhalte Ihrer Facebook-Werbeanzeigen müssen stimmen, sonst kann es schnell passieren, dass sie nicht genehmigt werden. Hier eine Auflistung aller Themen, bei denen Sie zweimal hinsehen sollten:

eingeschränkt (benötigen eine schriftliche Genehmigung von Facebook/Instagram)
verboten
Alkohol, Drogen Illegale, irreführende, nicht jugendfreie oder unangemessene Inhalte
Dating Diskriminierung aufgrund von Identität/Merkmalen/persönlichen Eigenschaften
(Online-) Spiele mit Geldeinsatz Anspielungen auf persönliche Eigenschaften/Merkmale/Identität oder Implikationen („du bist auch CDU-Wähler?“, „Wenn Sie endlich auch wieder schöne Zähne haben wollen“)
Online-Apotheken bzw. verschreibungspflichtige/rezeptfreie Medikamente Tabakwaren, E-Zigaretten, Vaporizer
Abodienste (besonders bei automatischer Verlängerung) Nahrungsergänzungsmittel, die Facebook als unsicher einstuft
Finanz- oder Versicherungsdienstleistungen bzw. -produkte Waffen, Munition, Sprengstoff
Branded Content, den Sie nicht als solchen markieren Verstöße gegen Urheber-, Datenschutz-, Öffentlichkeits-, Eigentums- oder Persönlichkeitsrechte
Politisch/gesellschaftlich relevante Themen (Wahlkämpfe, Pandemien etc.) Fehlinformationen/Fake News
Kryptowährungen Ausnutzen von Krisen oder kontroversen Themen für kommerzielle Zwecke („Das nächste Hochwasser kommt bestimmt – sichern Sie Ihr Haus jetzt ab!“)
Kosmetische Eingriffe/Abnehmversprechen Beleidigungen

5. Ihre Zielgruppeneinstellungen sind diskriminierend oder unangemessen

Nicht für jeden kommt jede Werbeanzeige infrage. Deshalb bietet Facebook beim Erstellen der Anzeigen die Möglichkeit, Ihre Zielgruppe sehr genau zu definieren. Dabei können Sie theoretisch auf alle Daten zurückgreifen, die die UserInnen im Netzwerk angeben. Praktisch sollten Sie das aber nicht zu sehr ausreizen – sonst kann es sein, dass Facebook Ihre Anzeige als diskriminierend gegenüber ausgeschlossenen Personen empfindet. Schließen Sie außerdem aus, dass sich Personen oder Personengruppen vom Inhalt Ihrer Anzeige angegriffen fühlen könnten.

Beim Targeting ist zudem wichtig, Anzeigen mit jugendschutzgefährdenden Inhalten (Alkohol- und Drogenkonsum, obszöne/sexuelle Inhalte, Gewalt und Blut) nicht an Personen unter 18 Jahren auszuspielen.

6. Ihre Bilder sind unangemessen oder von schlechter Qualität

Nicht nur die Anzeigentexte, auch die Bilder können der Grund sein, warum Ihre Facebook-Werbeanzeigen nicht genehmigt werden. Im Zusammenhang mit der Professionalität der werblichen Inhalte verlangt Facebook einerseits, dass Ihre Bilder

  1. zum Thema passen und
  2. eine gute Auflösung haben.

Darüber hinaus gelten auch für Bilder einige der textlichen Kriterien: sexuelle Inhalte, weibliche Brüste (auch wenn sie nur angedeutet sind), Schock-Fotos oder unrealistische Vorher-Nachher-Vergleiche sind tabu.

Die Regel, dass die Bildfläche maximal 20 % Text enthalten darf, ist übrigens nicht mehr aktuell!

7. Mit der verlinkten URL stimmt etwas nicht

Verlinken Sie in Ihren Anzeigen keine URL, über die UserInnen direkt beim Draufklicken etwas herunterladen:

  • Initialisierte Downloads
  • Links zu Dateien in pdf-, doc-, xlsx/xlsm-Formaten

Möchen Sie einen Download anbieten, tun Sie das lieber über eine Landingpage, die Sie dann in der Anzeige verlinken. Achten Sie darauf, dass die Seite alle nötigen rechtlichen Informationen (wie Datenschutzerklärung und Impressum) enthält und dass Sie darauf nicht für völlig andere Inhalte werben als in der Anzeige selbst! Wenn der Link nicht funktioniert, kann das ebenfalls dazu führen, dass Ihre Facebook-Werbeanzeige nicht genehmigt wird.

Was kann ich tun, wenn meine Facebook-Werbeanzeigen nicht genehmigt werden?

Jetzt sollten Sie die Anzeige gründlich prüfen und entsprechend der Richtlinien überarbeiten!

Die gute Nachricht: Im Falle einer Ablehnung lässt Facebook Sie nicht im Regen stehen. Sie erhalten zusammen mit der Information einen Hinweis, woran es lag. So haben Sie direkt die Möglichkeit, Ihre Anzeige zu überarbeiten und zur erneuten Überprüfung freizugeben. Alternativ können Sie bei Zweifeln oder Rückfragen den Support kontaktieren.

Grundsätzlich dürfen Sie Anzeigen mehrfach überarbeiten. Beachten Sie aber, dass eine Überprüfung mitunter etwas länger dauert – bis zu 72 Stunden nimmt sich Facebook dafür Zeit. Denken Sie also besonders bei zeitlich begrenzten Aktionen daran, sich schon im Vorfeld über mögliche Probleme zu erkundigen und geplante Anzeigen auf Facebooks Kriterien hin zu überprüfen.