Weiter geht es mit dem Vergleich der besten E-Mail-Marketing-Tools: In Teil 1 haben wir uns schon die beiden amerikanischen Systeme Mailchimp und Activecampaign angeschaut. Heute geht es mit europäischen Alternativen weiter.

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Das deutsche E-Mail-Marketing-Tool: Cleverreach

E-Mail-Automation-Tools: CleverreachCleverreach haben wir vor allem deshalb getestet, weil es ein deutsches Unternehmen ist, das von der Funktionalität ähnliche Features wie Mailchimp bietet. Es gab bei einem unserer Kunden Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit bei der Nutzung nicht-europäischer E-Mail-Marketing-Tools. In der Praxis konnten wir bei den bereits vorgestellten amerikanischen Tools diesbezüglich nie ein Problem feststellen. Dennoch beschlossen wir, Cleverreach zu testen.

Was ist uns also bei Cleverreach positiv aufgefallen?

  • E-Mail-Automation-Tools: Cleverreach -Dashboard
    Das Cleverreach-Dashboard mit übersichtlichem Menü am linken Rand.

    Die Benutzerführung in Cleverreach ist gut gemacht, die Bedienung intuitiv. Die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten ähneln denen von Mailchimp, weshalb wir uns schnell zurechtgefunden haben.

  • E-Mail-Automation-Tools: Cleverreach
    Der E-Mail-Editor in Cleverreach.

    Cleverreach ist eine deutsche Firma mit Sitz in Deutschland, daher nehmen wir eine höhere Sicherheit der Daten aufgrund europäischer Datenschutzrichtlinien an. Das System ist in deutscher Sprache konzipiert und die Gefahr von automatischen Übersetzungsfehlern in den voreingestellten Formularen ist gering. Außerdem ist der Support während der deutschen Bürozeiten erreichbar.

  • E-Mail-Marketing-Tools: Cleverreach
    Die Nutzer-Ansicht in Cleverreach: Erinnert in Aufbau und Funktion an Mailchimp.

    Das Tool bietet viele vorgefertigte Templates an, die nach Belieben verändert werden können. Der Editor ist dem von Activecampaign sehr ähnlich und bietet ähnliche Designoptionen.

  • Cleverreach bietet eine übersichtliche Nutzeransicht und vergibt, genau wie Mailchimp, Sterne als Bewertung der Aktivität.
  • Das Preissystem ist Standard, die Preise staffeln sich nach der Anzahl der E-Mailadressen.

Die folgenden Nachteile von Cleverreach haben uns letztendlich davon abgehalten, dieses E-Mail-Marketing-Tool langfristig zu nutzen.

  • Ein Autoresponder kann nur durch zwei verschiedene Trigger gestartet werden: „Kauf“ oder „Anmeldung“.
  • Im Unterschied zu anderen E-Mail-Marketing-Tools bedeutet „Autoresponder“ in Cleverreach nur, dass eine E-Mail automatisch gesendet wird, nicht eine ganze Serie. In der Praxis ist das bei uns unterschiedlich: Mal besteht ein Autoresponder aus einer einzigen E-Mail, mal aus mehreren. In Cleverreach kann man die einzelnen Autoresponder zwar in Ordnern organisieren, trotzdem fehlt die Übersichtlichkeit.
  • Autoresponder können frühestens am Tag nach der Auslösung starten. Will man direkt nach der Anmeldung eine E-Mail senden, geht das nur über die Listeneinstellungen. Dort gibt es die Möglichkeit, nach dem erfolgreichen Opt-In eine weitere E-Mail zu senden. Das Problem, das wir bei dem voreingestellten Zeitverzug sehen, ist folgendes: Wir nutzen oft die Möglichkeit, dass Leser beispielsweise eine Checkliste zu einem Blogbeitrag anfordern können. Der Leser erwartet selbstverständlich, diese sofort nach der Anmeldung zu erhalten. Würde man diesen Prozess nun über jeweils eigene Listen regeln, bräuchte man für jedes kleine Goodie eine eigene Liste. Das würde schnell unübersichtlich werden. Grundsätzlich gab uns der Support von Cleverreach die Auskunft, dass derzeit an weiteren Automation-Lösungen gearbeitet werde. Man darf also gespannt sein, was sich hier noch tun wird.
  • Trotz der vielen Design-Möglichkeiten im Bearbeitungsmodus gibt es einen Punkt, der nicht bearbeitet werden kann: Der Preheader – also der Text, der ganz oben in einer E-Mail, oft oberhalb eines Header-Bildes steht. Dieser Text ist in vielen E-Mail-Programmen das, was man als erstes liest, weshalb wir diesen Platz nutzen, um die Inhalte anzuteasern. In Cleverreach stand hier nur „Im Browser öffnen“ – kein besonders ansprechender Text.
  • Letzter Kritikpunkt, der für uns wichtig ist: Die Verbindung mit Leadpages kann man in Cleverreach nur über den HTML-Code der Formulare herstellen. Diesen muss man dann in Leadpages für jedes einzelne Popup oder jede Landing-Page manuell einfügen.

Das Fazit für Cleverreach:

Ein durchaus brauchbares Tool, das aber noch einigen Verbesserungsspielraum hat. Mit einer überarbeiteten Autoresponder-Funktion sicher eine realistische Alternative für Mailchimp.

Automationfunktionen: 0
Newsletter: ++
Listmanagement: +
Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten: ++
Benutzerfreundlichkeit: +
Preis: ++


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E-Mail-Marketing-Tool und Landing-Page-Designer in einem: Getresponse

E-Mail-Automation-Tools: GetresponseGetresponse haben wir im vergangenen Herbst relativ kurz getestet, interessant fanden wir vor allem den integrierten Landing-Page-Designer. Diese Kombination eines E-Mail-Marketing-Tools mit einem Landing-Page-Builder ist natürlich sehr praktisch.

Schauen wir uns zunächst die positiven Eigenschaften von Getresponse an.

  • Der E-Mail-Editor bietet sehr viele Anpassungsmöglichkeiten und ist gut zu bedienen. Vorteilhaft ist, dass E-Mails ohne Bearbeitungsfenster direkt bearbeitet werden können.
  • Der eigene Landing-Page-Editor von Getresponse ist ein sehr interessantes Tool, das sich auch im Vergleich zu Leadpages nicht verstecken muss – aber das ist ein anderes Thema.
  • Getresponse ist in deutscher Sprache verfügbar und hat seinen Sitz unter anderem in Polen – daher greifen hier auch europäische Datenschutzrichtlinien.
  • Autoresponder werden nicht als eine E-Mail-Strecke angelegt, sondern es können verschiedene E-Mails mit verschiedenen Bedingungen aufeinander abgestimmt werden. Im Gegensatz zu Cleverreach gibt es in Getresponse eine interessante Kalender-Ansicht, die den Überblick ermöglicht.

Folgende Aspekte waren für uns Kritikpunkte:

  • Die Opt-In-E-Mail kann nicht angepasst werden, es sind lediglich eingeschränkte Änderungen in vorgegebenen Feldern möglich.
  • Der Footer kann nicht im E-Mail-Editor geändert werden, es werden feste voreingestellte Werte angegeben.
  • Das Preissystem richtet sich nicht nur nach der Anzahl der Kontakte, sondern es gibt auch verschiedene Optionen, je nachdem, wie viele User Zugang bekommen sollen. Für uns als Content-Marketing-Agentur ist natürlich wichtig, dass wir mehrere Mitarbeiter auf einem Account als User eintragen können. Die Preisstaffellung kann im Detail auf der Website von Getresponse nachgelesen werden.

Unser Fazit für Getresponse:

Allein die fehlenden Bearbeitungsmöglichkeiten der Opt-In-E-Mail und des Footers waren für uns Grund genug, den Test dieses Tools abzubrechen. Wem diese Eigenschaften aber nicht wichtig sind, für den könnte Getresponse durchaus eine interessante Lösung darstellen.

Automationfunktionen: ++
Newsletter: +
Listmanagement: +
Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten: 0
Benutzerfreundlichkeit: +
Preis: ++

Fazit: Welches der getesteten E-Mail-Marketing-Tools können wir empfehlen?

Alle getesteten E-Mail-Marketing-Tools erfüllen die Grundvoraussetzungen für Content Marketing. Keines ist perfekt, einige müssen noch technische Bugs ausbessern. Momentan werden wir bei unserem Favoriten Mailchimp bleiben, da unseren Anforderungen dort am besten entsprochen wird. Die fehlenden Features können ganz gut ausgeglichen werden – wenn auch manchmal etwas umständlich. Wirkliche Fehler oder No Gos haben wir bei Mailchimp nicht gefunden. Tools, bei denen schon in der Testphase technische Bugs auffielen, sind für uns im Agenturgeschäft leider nicht tragbar.

Ein Lob aber an den Kundensupport aller Tools: Egal, welche Probleme wir hatten, der Support war stets sehr schnell mit den Antworten!

Wir werden weiterhin die Augen offen halten und aufmerksam die Entwicklungen auf diesem Gebiet verfolgen. Vielleicht sind schon in kurzer Zeit einige der von uns kritisierten Punkte behoben oder neue E-Mail-Systeme bieten noch bessere Funktionen – wer weiß…

Haben Sie Ergänzungen zu unseren Beobachtungen? Hinterlassen Sie einfach einen Kommentar!


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