Ärzte stehen wie jeder „normale“ Unternehmer vor der Herausforderung, immer wieder neue Kunden beziehungsweise Patienten für sich gewinnen zu müssen. Wer sich neuen Trends im Marketing verweigert und weiterhin nur auf die Anzeige in der Tageszeitung setzt, wird hier jedoch bald vom Wettbewerb abgehängt – denn der Entscheidungsprozess bei der Arztwahl hat sich stark verändert. Wie Sie mithilfe von Content Marketing auf diese Veränderungen reagieren können und welche Vorteile diese Form des Inbound-Marketing für Werbende aus dem Gesundheitswesen hat, erfahren Sie hier.

Marketing für Ärzte: Mehr als bloße Werbung

Wer im Gesundheitswesen Marketing betreiben möchte, steht vor einem Balanceakt: Einerseits müssen die gewählten Maßnahmen natürlich auffällig und aussagekräftig genug sein, damit Ihr Angebot auch von der Zielgruppe wahrgenommen wird. Andererseits verbietet sich aus dem Berufsethos heraus eine marktschreierische Herangehensweise, wie sie gerne im Konsumenten-Marketing genutzt wird. Vermutlich niemand möchte sich von einem Arzt behandeln lassen, der mit dem (rechtlich ohnehin problematischen) Slogan „Der beste Arzt der Welt“ und lustig gemeinten Fotos wirbt. Wer stattdessen alleine auf kühle Fakten, zahlreiche Fachbegriffe und nackte Zahlen setzt, wird auch nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen. Die dadurch entstehende Distanz ist dem gewünschten Patienten-Arzt-Verhältnis schließlich eher entgegengesetzt.

Vertrauen in die Expertise ist bei der Wahl des richtigen Arztes oder der passenden Klinik Auswahlkriterium Nummer 1. Doch wie lässt sich Vertrauen zu Patienten aufbauen, die Sie noch gar nicht kennen und die Sie aus der Ferne mithilfe von Marketingmaßnahmen davon überzeugen möchten, dass Sie der Richtige sind? Und wie erreichen Sie genau die Patienten, die zu Ihrem Profil passen?

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Wieso sollten Ärzte auf Content Marketing setzen?

Für Content Marketing sprechen viele gute Gründe. Beim klassischen Unterbrechungsmarketing oder auch Outbound-Marketing versuchen Sie beispielsweise mithilfe von Anzeigen, die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe auf Websites, Plakaten oder in Printmedien zu erhaschen. Beim sogenannten Inbound-Marketing, zu dem auch Content Marketing zählt, ist das anders: Hier kommen die Patienten von alleine und „freiwillig“ zu Ihnen. Der als lästig und aufdringlich empfundene Charakter der Werbung entfällt also. Stattdessen bieten Sie Inhalte, die relevant und in eine gute Marketingstrategie eingebunden sind. So werden Sie als Experte wahrgenommen, und es entwickelt sich automatisch eine Vertrauensbasis. Drei Aspekte sorgen unter anderem dafür, dass Content Marketing auch für Ärzte und Kliniken so erfolgreich funktioniert.

1. Content Marketing ist auf die Zielgruppe abgestimmt

Mit Content Marketing können Ärzte ideal auf das sich verändernde Verhalten von Patienten reagieren. Das Internet hat die Art, wie wir konsumieren und Entscheidungen treffen, erheblich verändert. Niemand wählt mehr das erstbeste Angebot. Stattdessen wird sich ausführlich informiert, Erfahrungsberichte werden gelesen, Angebote verglichen. Und dieses Verhalten ist längst nicht mehr auf die Suche nach dem idealen Smartphone oder das Buchen des nächsten Urlaubs zum Schnäppchenpreis beschränkt.

Gerade beim Thema Gesundheit machen sich potenzielle Patienten schlau. Sie googeln Symptome, Diagnosen und Behandlungsmethoden, vergleichen Ärzte und Kliniken auf Bewertungsportalen. Denn Sie möchten so gut wie möglich informiert sein, bevor sie sich für oder gegen eine Praxis oder eine spezielle Behandlung entscheiden.

An dieser Stelle setzt das Content Marketing für Ärzte an. Stellen Sie Inhalte online, die sich mit den Problemen und Interessen der Zielgruppe beschäftigen. Sind Sie beispielsweise als Orthopäde tätig, könnten folgenden Themen in Betracht kommen:

  • Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Krankengymnastik?
  • Anwendungsbereiche von Tapeverbänden
  • Elektrotherapie, Wärmetherapie und Co: Welche alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
  • So lässt sich einer Arthrose vorbeugen
  • Wie lässt sich ein Karpaltunnelsyndrom behandeln?

Welche Themen konkret für Ihre Praxis infrage kommen, hängt natürlich von Ihrer Ausrichtung ab. Es ist wenig sinnvoll, über Behandlungsmethoden zu referieren, die Sie nicht anbieten. Schließlich möchten Sie sich mit Ihren Inhalten bei Ihren potenziellen Patienten empfehlen. Um herauszufinden, was Ihre Patienten wirklich interessiert, können Sie zum Beispiel auf eine Keyword-Analyse zurückgreifen. Dadurch erfahren Sie, nach welchen Begriffen aus Ihrem Spezialgebiet besonders oft gesucht wird. Mit dieser Information können Sie dann Ihre Inhalte auf die tatsächliche Nachfrage abstimmen.

2. Content Marketing funktioniert auch für Ärzte langfristig

Anders als eine Anzeige oder ein Plakat, deren Verbreitung zeitlich begrenzt ist und immer wieder neues Budget fordert, ist Ihr selbstaufgebautes Content Marketing immer für Sie im Einsatz. Denn die einmal erstellten Inhalte können jederzeit aufgefunden werden. Sie  haben nicht nur im Moment der Veröffentlichung und aktiven Verbreitung durch Social Media und Co. einen Effekt. Stattdessen locken sie auch Monate später noch neue potenzielle Patienten an – ohne dass Sie zusätzlich Zeit oder Budget investieren müssen.

Damit das funktioniert, müssen die Inhalte unbedingt suchmaschinenoptimiert sein. Texte sollten mindestens gut strukturiert und mit den richtigen Keywords gespickt sein. Aussagekräftige Bilder müssen entsprechend mit passenden Beschreibungen und Attributen versehen werden. Die Kriterien, nach denen die Suchmaschinen Ergebnisse sortieren und anzeigen, ändern sich ständig. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dass die eigenen Inhalte nicht auf den hinteren Seiten der Suchergebnisse versteckt bleiben, kann sich die Hilfe eines SEO-Experten sichern. Doch die Möglichkeit zur Suchmaschinenoptimierung und die recht einfach umzusetzende Fokussierung auf die Zielgruppe sind nicht die einzigen Aspekte, die das Content Marketing so wertvoll machen.

3. Content Marketing ist vielfältig

Content Marketing für Ärzte ist nämlich extrem vielfältig – nicht nur hinsichtlich der Themen, sondern auch in Bezug auf die möglichen Formate und Verbreitungsmöglichkeiten. Am weitesten verbreitet ist die Form des Blogs, den Sie auf Ihrer Praxis- oder Klinikwebsite einbinden können und der als Veröffentlichungsort für Blogposts in Textform fungiert. Doch auch ein Podcast oder Inhalte in Videoform sind durchaus denkbar. Wichtig ist hierbei Authentizität: Wer sich vor der Kamera nicht wohl fühlt, verzichtet besser auf Videos. Und wer zwar ein guter Redner, aber kein guter Schreiber ist, sollte auf lange Texte verzichten oder sich die Unterstützung eines Experten sichern.

Zudem können Sie sogenannte Leadmagneten anbieten, die Sie im Austausch gegen die E-Mail-Adresse des Lesers verschicken. Ihr Vorteil: Sie bekommen die Kontaktdaten eines potenziellen Patienten und können ihn beispielsweise in Form eines Newsletters regelmäßig kontaktieren. So bleiben Sie ihm als Experte in Erinnerung. Selbst wenn der potenzielle Patient aktuell keinen Arzt braucht, wird er an Sie denken, sobald sich die Situation ändert. Ein Leadmagnet ist eine ergänzende Zusatzinformation, die für den Patienten von Relevanz ist. Im Falle des Orthopäden könnte das beispielsweise eine Liste mit Tipps zur richtigen rückenfreundlichen Haltung am Schreibtisch, eine Checkliste zur Überprüfung der eigenen Beweglichkeit oder ein Überblick von Krankheitsbildern für bestimmte Körperteile sein.

Damit Ihre potenziellen Patienten die Inhalte auch finden, können neben der Suchmaschinenoptimierung auch Social Media-Netzwerke wie Facebook oder Instagram, Anzeigenschaltungen oder der erwähnte Newsletter helfen. Welcher Weg der richtige ist, hängt von Ihrer Zielgruppe und Ihrer individuellen Ausrichtung ab.

Fazit: Content Marketing darf nicht fehlen

In einem guten Marketing-Mix für Ärzte sollte das Content Marketing nicht fehlen. In Kombination mit klassischen Werbemitteln wie Broschüren, einem gutem Webauftritt und professionell geführten Netzwerkprofilen hilft das Content Marketing dabei, Ihr Image als Experte auf Ihrem Gebiet zu festigen. So können Sie ein vertrauensvolles Verhältnis zu Ihren bestehenden und zukünftigen Patienten aufbauen.

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