Sie möchten mit einem Corporate Blog Ihren Bekanntheitsgrad erhöhen? Dann sollten Sie dieses Vorhaben noch einmal überdenken, denn es wird wahrscheinlich nicht von Erfolg gekrönt sein. Warum das so ist? Weil viele Unternehmensblogs so aufgebaut sind wie der Blog eines Teenagers: Statt tatsächlichem Nutzen finden die Leser nur mehr oder weniger belanglose Geschichten über den selbsternannten Star. Erfolgreiches Content-Marketing geht anders, denn zwischen Bekanntheit und Wert besteht ein wesentlicher Unterschied, und ein Unternehmensblog kann nur dann funktionieren, wenn die Zielgruppe einen konkreten Nutzen erkennt.

Niemand interessiert sich für Sie

Sie halten es für wichtig, was Ihr CEO über die Geschäftszahlen des 3. Quartals sagt? Dann sind sie sich diesbezüglich vermutlich mit Kollegen, Anlegern und Vertretern der Wirtschaftspresse einig. Ihre potenziellen Kunden sehen das allerdings anders und haben für diese Information wahrscheinlich nur ein müdes Schulterzucken übrig. Und was ist mit der Tatsache, dass Ihr Logistik-Zentrum bald sein fünfjähriges Bestehen feiert oder dass in Hinterdupfing eine neue Filiale eröffnet wird? Auch diese Informationen werden Ihre Kunden herzlich wenig interessieren – außer natürlich es handelt sich um Hinterdupfinger, denen beim Lesen der Nachricht auf den ersten Blick klar wird, welchen Nutzen sie von dem neuen Unternehmensstandort haben.

Erfolgreiches Content-Marketing lebt von Inhalten, die für potenzielle Kunden interessant sind. Alle anderen Themen gehören in eine Mitarbeiterzeitung, nicht aber in einen Corporate Blog, der sich an die Öffentlichkeit richtet.

Spezielle Informationen für eine spezielle Zielgruppe

Wie sieht Ihr idealer Neukunde aus? Und wofür interessiert er sich? Kreieren Sie eine typische Zielperson, die Sie von nun an in den Fokus Ihrer Content-Marketing-Strategie stellen und deren Interessen Sie in Ihrem öffentlichen Blog bedienen.

Grundsätzlich spricht natürlich nichts dagegen, auch andere Zielpersonen wie Anleger oder die eigenen Mitarbeiter mit in die Marketing-Strategie einzubeziehen – ganz im Gegenteil, wenn Sie für diese Zielgruppen eine klare Strategie und Kommunikationsziele entwickelt haben, dann kann auch hier Content-Marketing das passende Werkzeug sein – doch sollten Sie hierfür andere Kanäle nutzen.

Ein spezieller Blog für Ihre Mitarbeiter, die eingeladen sind, dort zu kommentieren und Fragen zu stellen, kann sehr gute Dienste leisten und die Beziehungen und das Vertrauen zur Belegschaft erheblich verbessern. Dieser Blog sollte dann allerdings nicht öffentlich sein, sondern im geschützten Netzwerk des Unternehmens zur Verfügung stehen.

Auch wenn Sie die Finanzen des Unternehmens an Wirtschaftsredakteure und Anleger kommunizieren wollen, ist das möglich. Derartige Informationen können beispielsweise in einem besonderen Bereich der Webseite stehen – eben dort, wo Anleger sich informieren und Journalisten recherchieren.


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Customer Blog statt Corporate Blog

Blogs, die in erster Linie über eine Firma informieren, funktionieren wesentlich weniger gut als Blogs, die die Interessen der Zielpersonen im Fokus haben.

Dennoch sind die meisten Corporate Blogs so geplant, dass mehr oder jeder interessierte Mitarbeiter ihre Erlebnisse oder ihre Sicht der Dinge schildern. Selbst renommierte Unternehmen „berichten“ auf ihren Blogs lediglich über die eigenen Themen. Produkte werden vorgestellt, Anzeigenmotive werden getestet,  es gibt Gegendarstellungen zu Presseberichten, und eigene Pressemitteilungen sind dort ebenso zu finden wie Ankündigungen zu neuen Produkten oder kleine Anekdoten. Aber wen interessiert das?

Diese Projekte sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil sich keine relevante Leserschaft bilden wird.

Wenn Sie bereits großer Fan einer Marke sind, dann kann das für Sie spannend sein, aber wirklich nur dann. Die Schwierigkeit vieler Corporate Blogs: Weil die Entscheider und ihre Mitarbeiter per Definition Fans des eigenen Unternehmens sind, fällt ihnen nicht auf, wenn sie den Kundennutzen aus den Augen verlieren. Sie verteilen Informationen für Fans – aber unter Fans finden sich keine Neukunden.

Setzen Sie deshalb besser nicht auf einen Corporate Blog, bei dem schon im Begriff die Ausrichtung erkennbar ist, sondern konzipieren Sie stattdessen einen Customer Blog oder besser noch einen Zielpersonen-Blog, wenn Sie Erfolg damit haben wollen.