Weiter geht es in unserer kleinen Serie zum Thema Social Media Strategie! Wir haben uns bereits angeschaut, wie man die richtige Social Media Strategie im Content Marketing auf verschiedenen Kanälen einsetzt. Dabei ging es zunächst um die bekannten Plattformen wie Facebook, Twitter, XING und LinkedIn. Was ihnen gemein ist: Diese Plattformen konzentrieren sich auf die Vernetzung von Personen und Unternehmen, möchten die Beziehungen von Menschen oder Themen darstellen und dienen mittlerweile als wichtige Informationsquellen.

Heute wenden wir uns nun weiteren sozialen Netzwerken zu, die ihren Fokus eher auf Bilder, Videos und die Übermittlung direkter Nachrichten setzen. Wie können wir auch diese Kanäle sinnvoll in unsere Social Media Strategie integrieren?

YouTube

Social Media-Strategie für YouTubeYouTube wurde 2005 gegründet und gehört seit 2006 zum Google-Konzern. Etwa eine Milliarde Nutzer, wovon rund 35 Millionen aus dem deutschsprachigen Raum stammen dürften, machen YouTube zur größten Plattform für Videos weltweit.

Das Nutzerverhalten auf YouTube kann man in zwei Gruppen einteilen:

  • Gezielte Suchen: Die Nutzer suchen einen bestimmten Inhalt, wie zum Beispiel eine Antwort auf ein Problem: Sie suchen eine Anleitung zum Binden von Krawatten oder einen Erfahrungsbericht zu einem bestimmten Produkt. Der Inhalt wird konsumiert und falls zusätzlicher Inhalt angeboten wird, wechseln die Nutzer über einen Link zur angegebenen Webseite.
  • Abonnierter Inhalt: Diese Nutzer wissen bereits, wessen sogenannte „Channel“ sie sehen möchten. Diese Inhalte werden vor allem per Mundpropaganda weiterempfohlen. Dabei handelt es sich zum Teil um sehr professionell produzierte Sendungen, wie man sie vor nicht allzu langer Zeit in ähnlicher Qualität in den dritten Programmen der Fernsehsender erwarten konnte. Diese Sendungen haben eine feste Gruppe von Empfängern, die ähnlich wie bei einem Podcast die aktuellen Ausgaben konsumieren. Es gibt mittlerweile zahlreiche Youtube-Stars, die über ihre Kanäle Millionen Fans erreichen können. Viele Unternehmen nutzen diese (häufig jugendlichen) YouTuber als Multiplikatoren und zur Platzierung von Werbung.

Für Unternehmer ist YouTube ein besonders wichtiger Kanal, weil Nutzer dort Video-Inhalte zu jedem Thema finden können. Es ist die Plattform, die neben der Suchmaschine Google am häufigsten genutzt wird, um relevanten Inhalt zu suchen.

Was ist bei der richtigen Social Media-Strategie für Youtube zu beachten? Im Gegensatz zu Facebook müssen Youtube-Videos nicht binnen Sekunden eine Botschaft transportieren. Sie können auch längeren Content enthalten, wenn die Nutzer darin eine Antwort auf ihr Problem oder einfach unterhaltende Inhalte finden. In einem eigenen Kapitel zu Videoinhalten gehen wir noch genauer auf die Möglichkeiten ein.

Pinterest

Social Media Strategie für Pinterest

Pinterest ist eine Social Media Plattform, auf der jeder Nutzer verschiedene Pinnwände erstellen und teilen kann. Der Name „Pinterest“ ist ein Kunstwort aus den Begriffen Pin und Interest. Die Plattform hat weltweit rund 100 Millionen Nutzer. In Deutschland geht man von etwa zwei Millionen Nutzern aus. Auf den Pinnwänden können Fotos und Grafiken von Webseiten thematisch geordnet gesammelt (gepinnt) werden. Entweder als Ideensammlung für sich selbst oder zum Austausch mit anderen Nutzern. Jeder User kann selbst entscheiden, welche Pinnwände er teilen möchte und was er dort pinnt.

Die interne Suche von Pinterest liefert häufig bessere, das heißt thematisch sinnvollere Ergebnisse als die Google-Suche, sodass die Plattform für die Nutzer auch als Recherchetool interessant ist.

Die professionelle Nutzung sollten Sie in Ihren Marketing-Mix einplanen, wenn Sie regelmäßig Bilder als Content verbreiten wollen. Vor allem dann, wenn Sie sogenannte Infografiken publizieren wollen, ist Pinterest das richtige Medium. Auch andere Fotoinhalte mit einer klaren thematischen Zuordnung sind bei Pinterest richtig aufgehoben. Diese Strategie wird vor allem dann erfolgreich sein, wenn Sie zu einem bestimmten Thema regelmäßig Inhalte liefern. Nutzer verhalten sich in der Regel so, dass sie Pinnwände abonnieren, die ihnen interessant erscheinen. So werden neue Inhalte von abonnierten Pinnwänden den interessierten Teilnehmern auf ihrer Startseite angezeigt und mit größerer Wahrscheinlichkeit geteilt und weiterverbreitet.

Instagram

Social Media Strategie für Instagram

Instagram ist seit Oktober 2010 als App für Smartphones verfügbar. Die Idee war, den Nutzern von mobilen Telefonen mit Foto-Funktion die Möglichkeit zu bieten, diese Fotos komfortabel mit Fotofiltern zu verbessern und sofort öffentlich oder mit Freunden zu teilen. Seit 2012 ist Instagram ein Teil des Facebook-Konzerns.

Weltweit geht man von mehr als 400 Millionen Nutzern aus, wovon das Unternehmen selbst neun Millionen Nutzer für Deutschland angibt.

Die professionelle Nutzung von Instagram bietet sich vor allem dann an, wenn Sie optisch ansprechende Bilder und Videos verbreiten möchten. Vor allem in den Bereichen Mode, Kosmetik, Lifestyle, Nahrungsmittel und Reisen lassen sich hier insbesondere jüngere Zielgruppen ansprechen. Unternehmen aus den genannten Branchen sollten Instagram deshalb in jedem Fall in ihr Marketing-Portfolio aufnehmen. Über Hashtags können Fotos einem Thema zugeordnet werden. Sie werden von anderen Usern über die Suchfunktion gefunden.

Der Nachteil von Instagram aus Sicht des Content-Marketings ist, dass man keine Links an die Beiträge anheften kann. Es besteht lediglich die Möglichkeit, einen Link in seinem Profil einzusetzen. Dazu müsste der Nutzer zunächst das Profil anwählen und dann den Link. Spezielle Links zu einzelnen Inhalten sind nicht vorgesehen, was es nahezu unmöglich macht, einen Call-to-Action umzusetzen.

Snapchat

Social Media Strategie für Snapchat

Snapchat ist ein relativ junges soziales Netzwerk (gegründet im September 2011), das sich rasend schnell verbreitet. Mittlerweile ist Snapchat die größte Plattform für Videos mit 200 Millionen Nutzern weltweit und zehn Milliarden gesehenen Videos täglich. Laut diesen Zahlen würde jeder Nutzer im Durchschnitt 100 Videos pro Tag ansehen, was auf den ersten Blick unglaubwürdig erscheint.

Bei genauerer Betrachtung ist diese Zahl jedoch durchaus realistisch. Dazu muss man wissen, dass die versendeten Videos maximal zehn Sekunden lang sein dürfen. Rein rechnerisch entspricht das einer täglichen Nutzungszeit von etwas mehr als 15 Minuten. Die meisten Nutzer sind zwischen 18 und 24 Jahre alt (nur 14% sind älter als 35 Jahre). Für ältere Semester ist dieses Medienverhalten häufig kaum vorstellbar.

Snapchat unterscheidet sich erheblich von anderen Netzwerken, weil die abgesetzten Video-Nachrichten direkt an einzelne Kontakte oder an alle „Freunde“ im eigenen Netzwerk versendet werden. Allerdings bleiben sie maximal zwei Tage verfügbar, und nach dem einmaligen Ansehen sind sie sofort und für immer verschwunden, was den Geist als Firmenlogo erklärt. Ursprünglich sollte dieses Medium vor allem Teenager ansprechen, die sich Nachrichten zustellen wollen, die danach nie wieder reproduzierbar sein sollten. Eine Möglichkeit, diesen Mechanismus zu umgehen, besteht darin, einen Screenshot anzufertigen. Der Absender eines Snaps wird darüber allerdings informiert und grundsätzlich ist diese Vorgehensweise verpönt.

Die kommerzielle Nutzung von Snapchat und die beste Social Media Strategie für diesen Kanal sind noch umstritten, obwohl das Unternehmen bereits auf 19 Milliarden US$ bewertet wurde (nachdem es mehrere Kaufangebote von Facebook in Höhe von bis zu 3 Mrd. US$ ablehnte). Vor allem Marken mit einem klaren Fokus auf Teenager nutzen die Plattform, um Werbebotschaften mit markenbildendem Charakter zu senden.

WhatsApp

Social Media Strategie für WhatsApp

WhatsApp wurde 2009 gegründet und gehört seit 2014 zum Facebook-Konzern. Es ist eigentlich keine Social Media Plattform, sondern eher ein Nachrichtendienst, der ähnlich wie eine SMS oder MMS Texte, Bilder und Videos versendet. Wir wollen sie aber dennoch an dieser Stelle besprechen, weil Unternehmen WhatsApp durchaus sinnvoll in ihre Social Media Strategie einbinden können.

Weltweit nutzen etwa eine Milliarde Menschen WhatsApp.  Zurückzuführen ist das sicher auch darauf, dass es bei einer bestehenden Internetverbindung kostenlos ist, Nachrichten über WhatsApp zu senden und zu empfangen. In Deutschland, so schätzen Experten, nutzen rund 35 Millionen Nutzer WhatsApp. Das sind 20% mehr als auf Facebook selbst. Bei den täglichen Nutzern sollen es sogar rund doppelt so viele sein.

Diese enorme Verbreitung lässt es lohnend erscheinen, sich mit dieser Plattform zu beschäftigen, zumal seit Mai 2016 auch eine Applikation für PCs beziehungsweise Apple-Computer verfügbar ist, sodass das Nachrichtensystem auch im Büro nutzbar wird.

Das Geschäftsmodell von WhatsApp ist noch nicht ausgereift. Es gab jedoch schon mehrere Ankündigungen, dass das Unternehmen Nachrichten von Unternehmen an Kunden oder Nutzer als bezahlten Service anbieten will.

Darüber hinaus ist es denkbar, dass WhatsApp als Alternative zu E-Mail-Nachrichten eingesetzt wird. Weil die Erreichbarkeit von Personen via WhatsApp über die Mobilfunknummer gegeben ist, obwohl der Versand an sich über eine Internetverbindung erfolgt, kann der Dienst durchaus für Marketingzwecke interessant werden. Schon heute gibt es Dienstleister wie WhatsBroadcast, die eine Technologie anbieten, um automatisierte Nachrichten an Kunden zu senden. Der Interessent meldet sich per WhatsApp an und bekommt dann statt E-Mails die bestellten WhatsApp-Nachrichten auf sein Smartphone. Die Verwendung eines solchen Dienstes ist sicher eine Möglichkeit bei der Entwicklung einer Social Media Strategie, die WhatsApp einbezieht.

Google+

Social Media-Strategie für google+

Google+ wird vor allem in der mündlichen Kommunikation unter Laien mit der Suchmaschine von Google gleichgesetzt. Dies ist allerdings nicht der Fall. Google+ ist eine Social Media Plattform, die im direkten Wettbewerb zu Facebook steht. Das Netzwerk ist seit September 2011 für die Öffentlichkeit zugänglich. 2013 wurden 190 Millionen Nutzer erreicht, die Bedeutung des Netzwerks hat aber in den vergangenen Jahren stark nachgelassen. Spätestens seit 2014 hat die Plattform innerhalb und außerhalb des Google-Konzerns keine hohe Priorität mehr. Eine Weiterentwicklung und Integration in andere Dienste von Google ist nicht vorgesehen.

In Deutschland nutzen verschiedenen Angaben zufolge etwa 1 bis 6 Millionen Menschen Google+. Wegen der angesprochenen Verwechslungsgefahr dürften viele Studien, die auf Befragungen basieren, jedoch eine deutlich zu hohe Nutzerzahl angeben, weil die Befragten bei ihren Angaben nicht zwischen der Benutzung der Suchmaschine und der Social Media-Plattform unterscheiden. Daher ist eher mit einer Million Nutzer zu rechnen.

Als in der Anfangszeit von Google+ Experten die Meinung vertraten, dass dieses soziale Netzwerk schnell an Bedeutung gewinnen würde und dass es wegen der engen Integration dort veröffentlichter Beiträge in die Suchmaschine von Google unbedingt benutzt werden sollte, war das eine plausible Prognose. Heute muss man nüchtern erkennen, dass diese Entwicklung nicht stattgefunden hat und dass Google+ zum aktuellen Zeitpunkt faktisch bedeutungslos ist.


cms-blog-glossar_3

Nutzen Sie die Kraft sozialer Medien in Ihrer Social Media Strategie!

Ich hoffe, Ihnen mit diesem und dem Artikel der letzten Woche einen guten Überblick über die wichtigsten sozialen Netzwerke gegeben zu haben. Nutzen Sie meine Tipps bei der Entwicklung Ihrer Social Media Strategie!

Weil sich kaum eine Branche so schnell verändert und weiterentwickelt wie die der sozialen Netzwerke, werden wir diesen Artikel immer wieder aktualisieren.

 

Bildquelle Titelbild: ©Fotolia 2016/Rawpixel.com

Merken