Heute zur Abwechslung einmal ein Blogbeitrag der etwas anderen Art. In diesem Artikel geht es nicht etwa um das Schreiben von Texten oder das Optimieren für Google, sondern um Körpersprache. Warum wir über dieses Thema schreiben? Nun, zum einen weil es ein wichtiges Thema ist, und zum anderen, weil am Montag, den 28. November, unser zweiter Teamtag in diesem Jahr stattfand. Und der stand dieses Mal unter dem Motto „Körpersprache“.

Es kann losgehen – Startschuss für den Workshop Körpersprache

Ort des Geschehens war das Nells Park Hotel in Trier, wo wir am frühen Morgen unsere Trainerin Kordula Völker kennenlernen durften. Nach einer kurzen Begrüßung durch unseren Geschäftsführer Stephan Heinrich begann der Workshop mit Frau Völker im Seminarraum.

Dort bekamen wir eine grundlegende Einführung in das Thema Körpersprache. Von Beginn an durften wir uns aktiv einbringen und so verging bereits der theoretische Teil des Workshops wie im Flug. Bei der Kurzweil sollte es den gesamten Tag über bleiben, nicht jedoch bei der Theorie.

Körper, Stimme, Text – drei Elemente der menschlichen Kommunikation

In verschiedensten Übungen, angefangen bei der Vorstellungsrunde, haben wir gelernt, unseren Körper zur Kommunikation richtig einzusetzen. Die Betonung liegt auf „richtig“, denn was viele nicht wissen: Ca. 60% einer Botschaft werden nicht durch den gesprochenen Text kommuniziert,  sondern durch nonverbale Gesten. Aus diesem Grund sollten wir unsere Körpersprache mit Bedacht einsetzen.Die restlichen 40% verteilen sich wie folgt: 25 % macht die Stimme aus, und nur 15% der Kommunikation entfallen auf das gesprochene Wort. Kein Wunder, dass wir schnell erkennen, wenn uns jemand belügt.

Außerdem hat uns Kordula Völker eindrucksvoll gezeigt, wie man nur durch Veränderungen der Stimme die unterschiedlichsten Effekte erreichen kann. So klingt beispielsweise die O-Stimme warm und beruhigend, wohingegen die E-Stimme eher laut und schrill wirkt und beim Zuhörer ein unangenehmes Gefühl erzeugt. Die A-Stimme wird auch als die Nachrichten-Stimme bezeichnet und häufig von Fernsehmoderatoren eingesetzt.

Wie wir an einem Tag zu Schauspielschülern wurden

Dass wir nicht von jetzt auf gleich zu körpersprachlichen Profis werden konnten, das war zu erwarten. Jedoch gab uns Frau Völker wertvolles Handwerkszeug an die Hand, mit dessen Hilfe wir üben können, unsere Körpersprache zu verbessern. Außerdem haben wir in schauspielerischen Übungen gelernt, was der bewusste Einsatz von Stimme und Körper bewirken kann – und zwar ganz gleich, was wir letzten Endes sagen. Eine dieser Übungen: Wir durften uns einen deutschen Songtext aussuchen, den wir anschließend in den verschiedensten Situationen anwenden mussten. Innerhalb kürzester Zeit wurden wir auf diese Weise zu Marktschreiern, Politikern und Grabrednern auf einer Trauerfeier.  Unglaublich, wie viel Emotion Menschen allein durch den Gedanken an eine solche Situation in ihre Stimme und Körpersprache bringen können – und faszinierend, wie nichtssagend das gesprochene Wort im Vergleich dazu wird. Es war eine spannende Erfahrung, die viel Spaß gemacht hat. Vielen Dank, Kordula Völker.

Wie sage ich richtig nein, und wie heiße ich dich willkommen?

Nach der Mittagspause warteten viele weitere spannende Aufgaben und interaktive Übungen auf unser Team. Kordula Völker brachte uns nicht nur die richtige Körperhaltung im Geschäftsalltag bei, sondern zeigte uns auch, wie wir diese je nach gewünschtem Statement wirkungsvoll einsetzen können. So lassen sich etwa Aussagen wie „Herzlich Willkommen“ oder auch ein schlichtes „Nein“ nachdrücklich verstärken.

Für eine der Übungen mussten wir uns im Kreis aufstellen, unseren Brustkorb an einer unsichtbaren Schnur hervorziehen, an einer weiteren Schnur die Wirbelsäule strecken und zu guter Letzt die Bauchmuskulatur anspannen. Aus dieser Grundhaltung heraus ist es möglich, den eigenen Körper energiegeladen zur Kommunikation einzusetzen. Ein „Herzlich Willkommen“, verstärkt durch eine einladende Handbewegung und die richtige Positionierung von Stand- und Spielbein, wirkt in dieser Körperhaltung viel aufrichtiger. Genauso wirkt ein „Nein“ aus dieser Position heraus deutlich energischer, als wenn man es mit durchhängendem Rücken hervorpresst.


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Speed-Dating mal anders

Eine weitere interessante Übung bestand darin, dass wir im Rahmen einer Speed-Dating Situation einige Fragen zum Tag beantworten mussten, ohne eine verbale Rückmeldung erhalten. Auf diese Weise wurde jedem Teammitglied klar, wie wichtig die nonverbale Kommunikation ist, um auf Augenhöhe kommunizieren zu können.

Beobachten, nicht interpretieren

Im Anschluss sollten wir unser Gegenüber beschreiben, indem wir auf einem Zettel notierten, was wir sahen. Die aufschlussreiche Erkenntnis: Wir alle nahmen unsere eigenen Interpretationen zur Hilfe.  So verwendeten wir beispielsweise Begriffe wie „entspannter Gesichtsausdruck“, die nicht rein objektiv, sondern durch unsere persönlichen Erfahrungen geprägt sind. Auf diese Weise lernten wir, wie bedeutsam der Unterschied zwischen einer objektiven Beobachtung und einer Interpretation ist, die häufig automatisiert in Situationsbewertungen einfließt.

Was wir daraus lernen? Auch wenn die Körpersprache wichtige Rückschlüsse auf die Aussage anderer Personen zulässt, sollten wir nicht zu voreilig interpretieren. Denn auch wenn eine verschränkte Armhaltung häufig Ablehnung signalisiert, kann sie in anderen Fällen einfach nur ein Zeichen dafür sein, dass dem Gesprächspartner kalt ist. Kritisches Hinterfragen ist demnach auch bei der Interpretation von Körpersprache angebracht.

Ein rundum gelungener Teamtag

Ein wirklich erlebnisreicher und lehrreicher Tag, aus dem wir alle viel mitgenommen haben. Wir danken Kordula Völker für den tollen Workshop und unserem Chef für diese Möglichkeit!

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