Einer der Gründe, eine Unternehmensseite auf Facebook zu betreiben, ist die gezielte Verbreitung der eigenen Inhalte. (Vielleicht sind auch Sie über Facebook auf diesen Artikel aufmerksam geworden?) Grund genug, sich diesem Thema genauer zu widmen.

In diesem Beitrag erfahren Sie alles über die verschiedenen Post-Typen bei Facebook sowie über die Möglichkeit, Postings zu automatisieren und die Frage, wie die Social-Media-Planung gelingt.

Viele Fans = große Reichweite?

Viele Unternehmen glauben, dass jeder Fan ihrer Seite alle Neuigkeiten im persönlichen Newsfeed angezeigt bekommt. Leider ist das aber schon seit einigen Jahren nicht mehr der Fall, da die Masse an neuen Inhalten viel zu groß geworden ist. Mittlerweile entscheidet der Facebook-Algorithmus, für welche Beiträge sich die User am ehesten interessieren, und liefert sie entsprechend aus. In der Konsequenz bekommt nur ein Bruchteil Ihrer Facebook-Fans Ihre Beiträge tatsächlich im Newsfeed angezeigt.

Ein Faktor, der die Relevanz von Beiträgen wahrscheinlich beeinflusst, ist die vorausgegangene Interaktion eines Users mit dem Verfasser. Kommentare, Reaktionen und Klicks auf Beiträge bewirken, dass neue Posts mit einer höheren Wahrscheinlichkeit im Newsfeed eingeblendet werden.

Vor dem Hintergrund dieser Tatsache sollte bei Ihren Facebook-Aktivitäten weniger die absolute Zahl Ihrer Fans im Vordergrund stehen als vielmehr die gezielte Interaktion mit Ihrer Zielgruppe. Wenn Sie auf die Zielgruppe abgestimmte Inhalte verbreiten, werden Ihre Beiträge geteilt und Sie erreichen auf organische Art eine große Anzahl von Usern.

Social-Media-Planung

Im Rahmen Ihrer Social-Media-Strategie ist es sinnvoll, einen Redaktionsplan für alle geplanten Veröffentlichungen in den sozialen Netzwerken anzulegen. Vielleicht nutzen Sie einen solchen Plan bereits für Ihre Blogplanung? Dann ist es ganz leicht, zusätzliche Spalten für Ihre Social-Media-Posts zu ergänzen.

Zu Ihrer Unterstützung haben wir einen Muster-Redaktionsplan in Excel erstellt, den Sie hier herunterladen können:

Wichtig ist, dass Sie regelmäßig relevante Inhalte posten. Achten Sie darauf, dass nicht jeder einzelne Post dem Ziel gewidmet ist, Leser auf Ihre Website zu leiten. Fotos und Videos erzielen meistens eine größere Resonanz bei Facebook-Usern. Wie wäre es also mit einer Fotoserie von Mitarbeitern verschiedener Abteilungen bei der Arbeit? Oder mit einem Videotutorial, das die Nutzung eines der Produkte erklärt?

Oft unterschätzt wird das Teilen fremder Inhalte, die sogenannte Content Curation. „Wir wollen doch nicht die Konkurrenz bewerben!“, werden Sie vielleicht einwenden. Aber was spricht dagegen, Beiträge von Experten, Produkttests oder weiterführende Artikel unabhängiger Seiten zu posten? Sie platzieren sich als Experte, wenn Sie Ihrer Zielgruppe nicht nur eigene Inhalte zeigen, sondern wie eine Fachzeitschrift breit über Ihr Thema informieren.

Der perfekte Facebook-Post

Falls Sie jetzt auf ein Muster für den perfekten Facebook-Post hoffen, müssen wir Sie leider enttäuschen. Wir können Ihnen ein solches Muster nicht anbieten – und zwar weil es den „perfekten“ Facebook-Post nicht gibt.

Was wir allerdings tun können, ist Ihnen die verschiedenen Formate vorzustellen und Ihnen grundlegende Hinweise zum Erstellen von Posts zu geben. Welche Vorgehensweise für Ihr Unternehmen und Ihre Zielgruppe am besten funktioniert, finden Sie heraus, wenn Sie die verschiedenen Optionen bei Ihrer Zielgruppe testen.

Format und Ziel

Überlegen Sie sich zunächst, was Sie mit Ihrem Post erreichen möchten. Im Idealfall haben Sie dieses Ziel bereits im Redaktionsplan definiert. Auch das Format sollte schon zuvor festgelegt worden sein – schließlich ist es ein ganz anderer Aufwand, ob Sie ein Stockfoto posten möchten oder ein komplettes Video, das zunächst produziert werden muss.

Welche Formate bietet Facebook an?

Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen einem Linkpost, einem Bildpost und einem Videopost. Bei einem Linkpost generiert Facebook automatisch eine Vorschau anhand der angegebenen URL. Wenn Sie einen Link posten, können Sie in den SEO-Einstellungen Ihrer Website oder im Facebook-Post selbst genau definieren, welches Bild, welcher Titel und welcher Textauszug für die Vorschau verwendet werden.

Wenn Sie Bilder posten möchten, können Sie entweder ein komplettes Fotoalbum neu anlegen, eine Slideshow aus mehreren Bildern erstellen oder einfach ein einzelnes Bild hochladen. Dazu können (und sollten) Sie stets eine kurze Beschreibung verfassen.

So nutzen Sie Facebook, um Ihre Inhalte bekannt zu machen

Hinweis: Beim Posten von Bildern müssen Sie die Rechte dazu besitzen. Das „Recht am Bild“ beinhaltet sowohl das Recht der abgebildeten Person als auch das Recht des Urhebers, also des Fotografen.

Außerdem gibt es Richtlinien zu den Bildgrößen, damit sie auf Facebook korrekt (in guter Auflösung sowie unbeschnitten) dargestellt werden. Eine tolle Übersicht über die gängigen Bildformate für Social Media wurde erst kürzlich auf allfacebook.de veröffentlicht:

So nutzen Sie Facebook, um Ihre Inhalte bekannt zu machen

Videos sind derzeit ein sehr beliebtes Format auf Facebook. Wenn Sie keine aufwendigen Filme produzieren lassen möchten, können Sie mit dem Smartphone kurze Videos aufnehmen. Bei längeren Videos mit viel Sprechtext ist es wichtig, einen Untertitel zur Verfügung zu stellen.

Obwohl natürlich auch die Möglichkeit besteht, reinen Text zu posten, sollten Sie davon absehen. Solche Posts erzielen kaum Aufmerksamkeit und gehen schnell in der Flut an Neuigkeiten unter.

Textlänge

Unabhängig davon, ob Sie Bilder, Links oder Videos posten, sollten Sie stets einen Text dazu verfassen. Grundsätzlich sind kurze Posts auf Facebook erfolgreicher. Ein, zwei Sätze reichen völlig aus. Im Idealfall ist Ihr Beitrag so kurz, dass Ihre Leser nicht auf den „mehr“-Link klicken müssen.
Sie können aber ruhig auch ausprobieren, wie Ihre Fans auf längere Beiträge reagieren.

5 Ideen für Ihre Facebook-Posts

Wir haben einige Ideen für Facebook-Beiträge gesammelt, die Sie bei Ihrer Social-Media-Planung gerne verwenden dürfen.

Generell sollten Sie vermeiden, zu stark produktbezogen zu posten. Diese Art von Werbung möchten Fans nicht sehen (und dafür gibt es ja Werbeanzeigen). Versuchen Sie vielmehr, einen zusätzlichen Nutzen rund um Ihre Produkte zu liefern.

Wenn Sie ohnehin einen Blog betreiben, sollen Sie jeden neuen Blogbeitrag auf Facebook posten (am besten mehrmals alle paar Wochen oder Monate). So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Ihre Website erhält mehr Traffic und Ihre Fans lesen interessante Artikel, die sie auf Facebook kommentieren, liken oder teilen können.

Firmenfeste, Teamausflüge oder gemeinsame Weiterbildungsmaßnahmen sind ein toller Anlass, Ihre Mitarbeiter in den Fokus der Facebook-Seite zu rücken. Sie können etwa ein Fotoalbum oder ein kurzes Video posten. Aber auch Fotos von alltäglichen Unternehmenssituationen sind Posts wert: Sie geben Ihren Fans einen Einblick in Ihre Firma und bauen eine größere Nähe zwischen potenziellen Kunden und dem Unternehmen auf.

Während der Erstellung des Redaktionsplans sollen Sie sich überlegen, welche Feier- oder Thementage es in dem jeweiligen Jahr gibt. Passend dazu können Sie Grafiken mit amüsanten Texten oder spannenden Fakten einplanen.

Die Relevanz von Content Curation wurde weiter oben bereits angesprochen. Machen Sie abwechselnd jede Woche einen anderen Mitarbeiter für die Auswahl eines interessanten Artikels verantwortlich.

Beliebt sind auch Gewinnspiele und Verlosungen, die oft an eine bestimmte Interaktion – wie zum Beispiel ein Like oder die Aufforderung, den Beitrag zu teilen – gebunden sind. Damit können Unternehmen neue Zielgruppen erreichen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Sie die Teilnahmebedingungen klar formulieren und veröffentlichen, um rechtlichen Streitigkeiten vorzubeugen.

Automatisiertes Posten mit Online-Tools

Neben der manuellen Beitragsveröffentlichung direkt auf Facebook können Sie auch auf verschiedene Online-Tools zurückgreifen, die es in Form eines WordPress-Plugins erlauben, Beiträge für die sozialen Netzwerke direkt im Beitragseditor Ihrer Website zu erstellen.

Zwei dieser Tools sind zum Beispiel Coschedule oder Blog2Social. Wenn Sie diese Möglichkeit nutzen, können Sie während der Erstellung eines Blogbeitrags gleich die komplette Social-Media-Kommunikation für diesen Artikel mitplanen.

Je nach Tool bieten Kalenderansichten eine gute Übersicht über alle geplanten Social-Media-Posts und können so den Redaktionskalender in Excel größtenteils ersetzen.

Andere Tools wie Buffer oder Meetedgar sind dafür gedacht, eine regelmäßige Bespielung der verschiedenen Plattformen sicherzustellen.

Bei Meetedgar können Inhalte verschiedener Seiten per Feed als Posts für die sozialen Netzwerke geplant werden. Das Tool eignet sich besonders gut, um auch ältere Beiträge in regelmäßigen Abständen noch einmal zu posten.Dazu müssen Sie lediglich ein Zeitfenster festlegen, innerhalb dessen die Beiträge einer bestimmten Kategorie gepostet werden sollen. Die Reihenfolge ist zufällig. So sorgen Sie für ein „Grundrauschen“ an Facebook-Posts, die immer neue Besucher auf die eigene Website oder den eigenen Blog führen.

Facebook als Trafficquelle und Leadgenerator

Facebook wird bei professioneller Nutzung eine wichtige Quelle des Besuchertraffics für Ihre Website werden. Ziel sollte dabei immer sein, aus Facebook-Fans E-Mail-Abonnenten zu machen. Denn nur diese Daten gehören dann tatsächlich Ihnen. Aus diesem Grund widmen wir uns in den nächsten Beiträgen dem Thema Facebook Marketing und der Frage: Wie gelingt es Ihnen, eine größere Reichweite auf Facebook aufzubauen und mit Hilfe von bezahlten Anzeigen neue Kunden zu gewinnen?

Denken Sie bis dahin daran, sich unseren kostenlosen Redaktionsplan herunterzuladen:

Bildquelle Titelbild: Gil C / Shutterstock.com

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