Kommen wir gedanklich noch einmal zum Beginn des vorangegangenen Beitrags zurück: Informationsflut, Spam, Papierkorb – Sie erinnern sich. Wenn Sie alle Tipps beherzigt haben, können Sie sich über eine hohe Öffnungsrate Ihrer E-Mails freuen. Herzlichen Glückwunsch! Die erste Hürde ist bewältigt. Nun geht es darum, das Versprechen zu erfüllen, das Sie in Ihrem E-Mail-Betreff gegeben haben. Denn nichts ist enttäuschender als ein liebevoll verpacktes, großes Geschenk, in dem nichts weiter ist als heiße Luft.

E-Mail-Marketing setzt das Einverständnis der Empfänger voraus

Was sollte eine E-Mail also enthalten, damit sie die Erwartungen ihrer Zielgruppe erfüllt? Um diese Frage zu beantworten, dürfen Sie sich zunächst einmal überlegen, was Sie sich selbst von einem E-Mail-Newsletter wünschen. Sicherlich hoffen Sie nicht darauf, mit plumper Werbung für ein Produkt oder eine Dienstleistung konfrontiert zu werden, denn damit werden Sie bereits zur Genüge überschüttet. Stattdessen erwarten Sie sich vermutlich einen klaren Mehrwert, der Ihre Entscheidung, sich für den Newsletter anzumelden, rechtfertigt. Genau diese Entscheidung ist es übrigens, die die Qualität von Unternehmensnachrichten so bedeutsam macht: Bevor Sie mit potenziellen Interessenten per E-Mail in Kontakt treten dürfen, müssen Sie sich ihr Einverständnis abholen. Und bereits eine einzige uninteressante Nachricht kann reichen, dass dieses Einverständnis widerrufen wird. Lassen Sie es nicht so weit kommen, sondern achten Sie darauf, mit jeder E-Mail einen klaren Nutzen zu stiften.
Wie das am besten gelingt, möchten wir Ihnen nun zeigen.

1. Geben Sie Ihrem Newsletter einen Namen

Und dieser Name sollte nicht „Newsletter“ lauten. Denn was passiert, wenn Menschen diesen Begriff hören? In der Regel assoziieren sie damit sofort nervige Werbemails, die bestenfalls mit Sonderangeboten locken, die an bestimmte Konditionen gebunden sind. Ärgerlich, oder nicht? Wählen Sie deshalb besser einen kreativen Namen, der im Idealfall mit Ihrem Produkt in Verbindung steht. Alternativ können Sie Ihren Newsletter beispielsweise auch Info-Flyer, E-Magazin, Praxistipp, E-Mail-Ratgeber oder Branchen-Kenner nennen. Je nachdem, was Ihnen und Ihren Teammitgliedern gerade einfällt. Um ganz sicher zu gehen, können Sie sich auch im Rahmen einer Umfrage bei bestehenden Kontakten danach erkundigen, welcher Name sie besonders ansprechen würde. Oder Sie durchforsten Branchen-Zeitschriften, um sich inspirieren zu lassen. Wichtig ist nur, dass Sie Ihre Leser nicht langweilen, sondern einen klaren Nutzen versprechen, auf den Sie im Text Ihrer Mail zurückkommen.


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2. Verfassen Sie relevanten Content für Ihre Zielgruppe

Überlegen Sie sich genau, was Ihre Leser interessiert und welche Probleme Sie für Ihre Zielgruppe lösen können. Bestenfalls veröffentlichen Sie regelmäßig wertvolle Informationen auf Ihrer Website – zum Beispiel in Form eines Unternehmensblogs. Das ist die einfachste Methode, um sich mit wertvollem Content einen Namen zu machen. Mithilfe ständig neuer spannender Artikel geben Sie Ihren Zielpersonen Gelegenheit, sich kontinuierlich weiterzubilden, und suchmaschinenoptimierte Texte steigern Ihren Bekanntheitsgrad. Auch in Bezug auf E-Mail-Newsletter liegen die Vorteile eines eigenen Unternehmensblogs auf der Hand: Wer Ihnen seine E-Mail-Adresse freiwillig mitgeteilt hat, kann bei Neuerscheinung eines Artikels mit einem kurzen spannenden Teaser-Text auf die neuen Inhalte aufmerksam gemacht werden. Falls Sie sich das Texten nicht selbst zutrauen, holen Sie sich Unterstützung von einem professionellen Texter, der sicherstellt, dass die Qualität Ihrer Nachrichten und Blogbeiträge passt.

3. Halten Sie sich kurz

Gerade im Geschäftskundenumfeld ist die Zeit der E-Mail-Bearbeitung oftmals knapp bemessen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie die Empfänger Ihrer Mails nicht mit ellenlangen Textblöcken abschrecken. Der erste Eindruck zählt, und zu lange Texte führen häufig dazu, dass eine vielversprechende E-Mail gleich wieder geschlossen wird. Schade um Ihre schönen Inhalte. Unser Tipp lautet deshalb: Halten Sie sich kurz und formatieren Sie Ihre Newsletter so, dass die Kernbotschaft innerhalb weniger Sekunden und auf den ersten Blick zu erfassen ist. Schreiben Sie spannende Teaser und enden Sie mit einem Cliffhanger, der Lust auf mehr macht und Ihre Leser dazu animiert, einer bestimmten Handlungsaufforderung zu folgen.

4. Wenn viel, dann klar strukturiert

Sie haben viel zu sagen und tun sich schwer mit kurzen und knackigen E-Mails? Dann sorgen Sie wenigstens für eine klare Struktur. Lassen Sie Ihre E-Mails von professionellen Designern gestalten, die sich mit Nutzerführung und Usability auskennen. Schrecken Sie Ihre Leser nicht mit zu kleinen Schriften, unklaren Strukturen oder unpassenden Bildern ab, die den Lesefluss stören. Stattdessen sollten Sie sicherstellen, dass sich die Empfänger Ihrer Nachrichten sofort zurechtfinden. Am besten suchen Sie im Internet und in Ihrem Posteingang nach guten sowie schlechten Beispielen und lernen Sie daraus. Wenn Sie beginnen, sich mit Designfragen auseinanderzusetzen, werden Sie schnell erkennen, dass die Optik einen maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg Ihrer E-Mails hat.

5. Bauen Sie einen Call to Action ein

Ihre E-Mails sollten immer ein Ziel verfolgen und eine Handlungsaufforderung, den sogenannten Call to Action, beinhalten. Ein simples Beispiel: Sie haben einen neuen Blogbeitrag veröffentlicht, auf den Sie in Ihrer E-Mail verweisen. Unterhalb des Teaser-Textes ist ein Button eingebaut, der eine nutzenversprechende Botschaft enthält. Zum Beispiel die Lösung eines Problems. Wer den Teaser gelesen hat, soll im Anschluss aus Neugier auf den Button klicken, woraufhin er zu einem Blogbeitrag weitergeleitet wird, in dem die versprochene Lösung zu finden ist.

Hat der Rezipient erst einmal gelernt, dass Sie ihm mit jeder Nachricht neue interessante und nützliche Inhalte liefern, werden Ihre Click-Raten mit Sicherheit in die Höhe schießen. Damit sorgen Sie für einen kontinuierlichen Traffic auf Ihrer Website, der von Google mit einem besseren Suchmaschinen-Ranking belohnt wird. Dieses gute Ranking dient wiederum der besseren Auffindbarkeit im Netz, was in letzter Konsequenz zu neuen E-Mail-Kontakten führen sollte. So schließt sich der Kreis, der im Idealfall einen beständigen Strom neuer Kontakte geniert, von denen ein Teil zu zahlenden Kunden wird. Sie sehen also: E-Mail-Marketing ist ein mächtiges Instrument – wenn es richtig umgesetzt wird.

6. Trennen Sie Content von Werbung

Sie wollen Ihre Leser nicht verlieren, indem Sie sie mit werblichen Meldungen verprellen? Dann trennen Sie hochwertigen Content von Werbe-Mails, indem Sie verschiedene Workflows anlegen. Ein gutes E-Mail-Programm bietet diese Möglichkeit standardmäßig an. Meldet sich ein Leser von Ihrem werblichen Newsletter ab, hat er sich nur aus diesem einen Werbe-Workflow ausgetragen und wird dennoch weiterhin über das Erscheinen neuer Blogbeiträge informiert. Wie genau Workflow-Einstellungen funktionieren, erklären wir in unserem Online-Kurs zum Thema E-Mail-Marketing.

7. Visualisierung durch Bilder

Verwenden Sie Bilder in Ihrer E-Mail. Die meisten Vorlagen erlauben ein sogenanntes Header-Bild am oberen Ende der Nachricht, das beispielsweise Ihr Firmenlogo enthalten kann und im besten Fall den Inhalt Ihrer E-Mail visualisiert. Wichtig ist vor allem, dass es eine Eyecatcher-Wirkung erzielt, die Ihre Leser dazu ermutigt, Ihre E-Mail zu lesen. In diesem Zusammenhang noch ein wichtiger Hinweis: Vergessen Sie nicht, die Quellen Ihrer Bilder anzugeben, um Urheberrechtsverletzungen auszuschließen, und achten Sie darauf, Ihre E-Mail nicht zu überfrachten. Zu viele Fotos und Grafiken wirken abschreckend, weswegen auch hier die Regel gilt: Weniger ist mehr, und Qualität sticht Quantität.

Wenn Sie sich an die genannten sieben Punkte halten, sind Sie auf einem guten Weg zur professionellen Erstellung von E-Mail-Newslettern. Denken Sie immer daran, dass Sie aus der Masse schlechter Newsletter mit gutem Content schnell und einfach herausstechen können. Alles, was Sie dafür brauchen, ist etwas Mut sowie die Muße, ein klares Konzept zu erstellen und umzusetzen. Wenn Sie im Anschluss noch mittels Monitoring und kontinuierlicher Optimierung das bestmögliche Ergebnis erarbeiten, können Sie sich bald schon über viele neue Leser freuen.


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