Ein Gastbeitrag unserer Praktikantin Ramona Sayeed

Direktmarketing, B2B-Marketing, Content Marketing, Internes Marketing, Suchmaschinenmarketing. Was ist Marketing überhaupt? Bei so vielen Begriffen verliert man schnell den Überblick. Macht Marketing Werbung? Oder arbeitet es eher wie ein Pressesprecher? So viel ich in meinem Studium der Medienwissenschaft auch über den Begriff Marketing gelernt habe, konnte ich diese Fragen trotzdem nicht einhundertprozentig beantworten. Und am schlimmsten: Ich konnte mir selbst nicht beantworten, was jemand tut, der in diesem Bereich arbeitet.

Wer bin ich?

Mein Name ist Ramona Sayeed und ich lebe seit zwei Jahren hier in Trier, um Medien zu studieren – Medien, Kommunikation und Gesellschaft, um genau zu sein. Die Kommunikation hat mich dabei schnell besonders interessiert: Die Kommunikation mit dem Kunden. Also wollte ich in den Bereich Public Relations oder in die Werbung oder in dieses Marketing halt… aber was jetzt von alldem?

Bei der Suche nach einem Praktikum bin ich auf Content Marketing Star gestoßen und habe die Agentur gleich angeschrieben, ob sie Praktikanten annimmt. Die Antwort kam rasch: Man würde gerne etwas über meinen Studiengang und meine Ziele erfahren. Darauf folgte bald eine Einladung zum Gespräch. Kein formales Bewerbungsschreiben, kein Passfoto, keine 168 Stunden quälendes Warten auf eine Antwort. Das Treffen glich eher einem entspannten Kennenlernen. Meine Qualitäten wurden an meiner Person festgemacht, nicht an meinen Referenzen.

Hinter den Kulissen

Und das gleiche Vertrauen darf ich jetzt, da ich es geschafft habe, im Praktikum erfahren. Da wird nicht auf meinen Lebenslauf geschaut und anhand dessen entschieden, welche Aufgaben ich erledige. Ich muss nicht alles schon können.

Setzt man sich zu den Erfahrenen dazu und schaut ihnen ein bisschen über die Schulter, kommt das Lernen von ganz alleine. Im nächsten Schritt bekommt man die Sache selbst in die Hand gelegt, und dann geht es los. Ich werde mit allen Programmen, die im Content Marketing relevant sind, vertraut gemacht. Ich darf E-Mail-Kampagnen erstellen, Blogbeiträge schreiben und beim Brainstorming für neue Projekte mitarbeiten. Jeden Kunden, für den ich Content erstelle, lerne ich neu kennen. Ich beschäftige mich intensiv mit seinen Leistungen und dem Fachwissen, das er wiederum seinen Kunden anbietet.

Die Zusammenarbeit verläuft koordiniert. Mithilfe von Notiz- und Zeiterfassungssystemen werden Aufgaben zugewiesen und bearbeitet. Es gibt Aufgaben, die jeden Tag anfallen, wie beispielsweise das Korrekturlesen von Texten. Und dann gibt es solche Aufgaben, bei denen man immer wieder Neues lernt, zum Beispiel, was alles ansteht, wenn ein Kunde gewonnen wurde: Wie man sich auf ihn einstellt und anfängt, ein Konzept für seine Webpräsenz aufzubauen.

Die Antwort

Und langsam bekommt man einen Überblick, was Marketing eigentlich alles umfasst. In einer Full Service-Agentur ist das eine ganze Menge. Man baut für jeden Kunden eine eigene Community auf und muss dabei alles von A bis Z bedenken. Dabei gibt es die kreativen Schaffensprozesse, wie das Entwickeln typischer Zielgruppenportraits oder das Gestalten einer neuen Webseite. Und dann fallen natürlich auch viele kalkulatorische und sehr analytische Aufgaben an, wie das Planen einer E-Mail-Kampagne oder die Suchmaschinenoptimierung von Blogbeiträgen.

Laut Duden bedeutet Marketing die „Ausrichtung eines Unternehmens auf die Förderung des Absatzes durch Betreuung der Kunden, Werbung, Beobachtung und Lenkung des Marktes sowie durch entsprechende Steuerung der eigenen Produktion“.

Allerdings klingt das für mich sehr trocken und umfasst bei Weitem nicht alle Aspekte, die ich in den offenen Büroräumen der Agentur Content Marketing Star erfahren habe.
So wie ich es erleben durfte, bedeutet Marketing…

  • … nicht das „Locken“ oder Überreden des Kunden, wie es das geläufige Verständnis von Marketing häufig darstellt, sondern dass man ihm wirklich etwas bietet. Man erwirbt Bekanntheit in seiner Zielgruppe – nicht für das, was man verspricht, sondern für das, was man hält.
  • … eine Symbiose zwischen Kunde und Anbieter. Nur durch Feedback ist ein Betrieb in der Lage, seine Arbeit zielgruppenspezifisch zu optimieren, woraus der Kunde wiederum seinen Vorteil zieht.
  • … Menschen auf allen Kanälen anzusprechen. Um möglichst viele zu erreichen, muss auch an alle Ansprüche appelliert werden. Ganz egal, ob das Publikum nun eher auf Videos, Podcasts oder Artikel aufmerksam wird.
  • … die Kontaktpflege über Social Media-Netzwerke. Das ist ein Kanal, auf den man heute einfach nicht mehr verzichten kann. Manche Nutzer erhalten News, Veranstaltungstipps und viele weitere Informationen auf keinem anderen Weg mehr. Sie würden ohne ein bewusstes Engagement des Anbieters im Social Web gleich ganz aus dessen Zielgruppe fallen.
  • … Neukunden anzuwerben, aber auch Stammkunden zu halten. Solange sie relevanten Content vom Anbieter bekommen, bleibt das Interesse der Leute bestehen. Somit haben sie auch Grund, die Firmenwebsite zu besuchen. Marketing bedeutet Stabilität.
  • … nicht nur Problemlösung, sondern in gewissen Teilen auch Unterhaltung. Niemand liest freiwillig einen Text, durch den man sich quälen muss oder dessen Autor einem kühl, zugeknöpft und unsympathisch erscheint. Genauso stellen freundliche Webseiten einen Blickfang dar.
  • … sein Angebot über das eigene Leistungsspektrum hinaus zu erweitern. So kann ein Elektrohandel für Beleuchtung, wenn er seine Kundschaft erreichen möchte, z. B. nicht nur Lampen verkaufen, sondern auch darüber schreiben, wie sie richtig angebracht werden.

Diese Liste garantiert auf keinen Fall Vollständigkeit, und gerade der Verkauf von Marketing umfasst noch eine ganze Reihe weiterer Aufgaben.

In einer Marketing-Agentur

Was für mich inzwischen die Arbeit in einer (oder vielleicht auch gerade dieser) Full Service-Marketing-Agentur kennzeichnet, ist…

  • dass Aufgabenteilung und Spezialisierung die Arbeit im Team nicht ausschließen.
  • die Arbeit mit dem Kunden und nicht nur für ihn. Es findet ein ständiges Absprechen untereinander statt, in dessen Verlauf das Konzept entwickelt wird.
  • auf dem neuesten Stand zu bleiben und immer alle Werkzeuge, die genutzt werden, zu hinterfragen. Man kann sich gerade erst in ein neues Tool oder Programm eingearbeitet haben und schon kommt ein besseres auf den Markt, dessen Aneignung unerlässlich ist, wenn man dem Kunden wirklich alles bieten will.
  • eigene Grenzen zu dehnen und entfalten. „Kenne ich nicht“ ist bei Content Marketing Star kein Hindernis. Ist die ganze Crew mit etwas unvertraut, macht sich halt einer an die Arbeit und beschäftigt sich umfassend damit.
  • kein Raten ins Blaue hinein, sondern eine präzise Analyse und Auswertung der zielgruppenspezifischen Ansprüche.
  • Ausprobieren und Studieren. Effektive Marketing-Konzepte beruhen auf Erfahrung. Und wenn auch nur eine Kleinigkeit in Alternative B einer Kampagne verändert wurde, ist doch jede Umweltbedingung berücksichtigt und die Reaktion darauf genauestens beobachtet.
  • Ausdauer. Man kann keine Marketing-Strategie in die Wege leiten und sich dann im Stuhl zurücklehnen und abwarten. Ständiges Monitoring und Reporting sind gefragt, wenn das Arbeitsverhalten dem Kunden präzise angepasst werden soll.

Marketing ist Vielfalt. Vom Content Marketing, bei dem das Wohl der Zielgruppe im Mittelpunkt steht, bis zum Ego-Marketing, bei dem der eigene Betrieb Schwerpunktthema ist, reicht die Palette weit. In meinen Ausführungen habe ich mich selbstverständlich vorwiegend auf meine Erfahrungen mit Ersterem gestützt.

Durch mein Praktikum bei Content Marketing Star durfte ich eine Idee davon bekommen, was es heißt, ein Teil vom Aufbau eines ganzen Unternehmens zu sein. Hinter den Kulissen zu agieren und zu sehen, wie Leser gewonnen werden, wie sich eine Webpräsenz entfaltet und wie all das letztendlich zum Vertrieb des Angebots führt, ist ein Prozess, der den Ehrgeiz weckt. Marketing in einem Unternehmen ist essenziell. Solange niemand weiß, dass das Unternehmen existiert, kann es seine Produkte auch gleich selbst kaufen.